Test In Volvos XC60 macht Strom den Benziner sparsamer
Als Plug-in-Hybrid wird der XC60 von einem 253 PS-Benziner und einem Elektromotor mit 145 PS angetrieben. Der Wagen hat Allradantrieb und kostet ab 67.990 Euro.

Halle / Saale - Wechsel niemals die Pferde mitten im Fluss, hat sich Volvo wohl gedacht und dem XC 60 im Jahr 2025 ein sehr dezentes Facelift verpasst. Denn seit seiner Einführung im Jahr 2017 ist im Test gefahrene XC60 das meistverkaufte Modell von Volvo und einer der beliebtesten Plug-in-Hybride in Europa. Außen fällt nach dem leichten Facelift vor allem der überarbeitete Kühlergrill auf, der jetzt - schick gemacht - von diagonalen und teils gegenläufigen Streben geprägt ist. Die Rückleuchten sind dunkler, es gibt neue Optionen für Felgen und Farben, das war’s.
Innen wurde etwas mehr Hand angelegt. Eine neue Generation des Infotainmentsystems hat Einzug gehalten, das nun ein vereinfachtes Layout und integrierte Google-Funktionen bietet. Der Zugang zu neuen Funktionen und Apps erfolgt über einen frei stehenden 11,2-Zoll-Touchscreen, der dank einer um 21 Prozent erhöhten Pixeldichte eine noch schärfere Anzeigequalität aufweisen soll. Das System, so Volvo, arbeitet im Vergleich zur ersten Generation mehr als doppelt so schnell.
Neben dem XC60 wurden 2025 alle Volvo-Modelle ab Werk mit der neuen Benutzeroberfläche ausgestattet. Zudem bekommen alle Kunden, die bereits ein Volvo-Modell mit integriertem Google Infotainmentsystem fahren, per kostenlosem Over-the-Air-Update ebenfalls das aktualisierte Layout. Navigiert wird mit Google Maps, auch der Sprachassistent, der seine Sache präzise macht, stammt von Google. Ein Facelift gab es für Details im Innenraum, etwa bei den Getränkehaltern, der Induktionsladefläche, die leistungsfähiger wurde. Die Lautsprecher der Bowers-&-Wilkins-Anlage erhielten ein neues Design.
Beim Antrieb ist der aufgefrischte XC60 der Alte geblieben, denn er macht seine Sache nach wie vor gut, wie die Verkaufszahlen belegen. Gefahren wurde die Plug-in-Version des XC60 in der Einstiegsversion T6 mit eine Verbrennerleistung von 253 PS. Darüber steht das Modell T8 mit 310 PS. Auch bei den Plug-in-Hybriden von Volvo ist es so, wie bei den anderen Modellen der Marke: Es gibt es nur noch Vierzylinder-Verbrenner, und das Tempo ist generell bei allen Modellen bei 180 km/h abgeriegelt. Der von Volvo üppig mit Extras ausstaffierte Testwagen brachte es auf 91.510 Euro. Etwas tröstlich, dass der Einstieg in die Modellreihe T6 beim XC 60 bei 67.990 Euro beginnt.

Innen ist im Volvo XC60 alles vom Feinsten, perfekt verarbeitet, edle Materialien, nordisch-kühl gestylt das Design. So locken die Schweden seit Jahren erfolgreich ihre Kundschaft. Die recht kantige Karosserieform sichert gute Rundumsicht. Die Sitzhöhe (57 cm über der Straße) ist komfortabel, man steigt bequem aus und ein, sitzt angenehm hoch, aber nicht zu hoch, auch im Fahrzeugfond ist das so. Die Türen öffnen weit - Einsteigen leicht gemacht. Der Platz ist vorn wie hinten großzügig bemessen. Der Kofferraum wirkt trotz Autogröße nicht riesig. Es passen 483 Liter hinein. Entfernt man die Laderaumabdeckung und nutzt den Kofferraum bis zum Dach, erweitert sich das Volumen auf 580 Liter. Die Kofferraumklappe lässt sich elektrisch bedienen. Die Ladekante ist mit 73 Zentimetern sehr hoch.
Der Verbrennungsmotor im XC60 ist ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbo mit 253 PS und zwei Liter Hubraum. Er treibt die Vorderachse an. Zusätzlich wird er von einem 145 PS starken Elektromotor an der Hinterachse unterstützt und machen das SUV so zum Allradler. Der braucht für den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h 5,7 Sekunden, was sich im Test auch fast erreichen lies. Zu verdanken hat der Wagen das auch der Extraportion Strom. Das automatische Einkoppeln und Abstellen des Benziners passiert geschmeidig und kaum spürbar. Drückt man das Gaspedal kräftig durch, schiebt der SUV mächtig nach vorn.
Dank des Elektromotors lässt sich der Schwede, vorzugsweise in der Stadt, auch mal komplett elektrisch bewegen, wenn man seinen Gasfuß sehr zügelt. Gut 65 Kilometer kann man den Wagen rein elektrisch mindestens fahren, manchmal auch 75 km, Volvo gibt 93 Kilometer an. Danach muss die Batterie aufgeladen werden. Ein vollständiger Ladevorgang dauert fast fünf Stunden. Beim Bremsen wird die freigesetzte kinetische Energie in elektrische Energie umgewandelt und an den Akku geschickt.
Wurde dauerhaft im Hybridmodus gefahren und auf sportliche Fahrweise verzichtet, konnte im Test ein Verbrauch von 4,8 Liter auf 100 Kilometer erreicht werden. Aber das funktioniert nur, wenn die Batterie stets geladen ist, sonst schwindet die Unterstützung schnell. Nur wer konsequent regelmäßig lädt, kann beim Volvo XC60 Plug-in-Hybrid dauerhaft Sprit sparen. Wer das ignoriert und das Auto wie einen normalen Verbrenner fährt, soll sich nicht über zweistellige Verbrauchswerte wundern, flitzt er sehr schnell über die Autobahn oder kraxelt stundenlang durchs Gebirge.
Technische Daten: Volvo XC60 Plug-in-Hybrid T6 AWD
Antrieb: Vierzylinder-Benzinmotor mit zwei Liter Hubraum und 253 PS plus ein Elektromotor mit 145 PS
Drehmomente: Benziner 350 Nm, E-Motor 309 Nm
Schaltung: Acht-Gang-Automatik
Verbrauch im Hybridmodus: 4,8 l /100 km
Verbrauch nur mit Verbenner: zwischen sieben und zehn Litern, unter Last auch mehr
Höchsttempo: 180 km/h
Höchsttempo elektrisch: 140 km/h
Kofferraumvolumen: 483 l
Länge: 4,71 m
Gewicht: 2.163 kg
Tank: 70 l
Preis ab: 67.990 Euro