Test Im Outlander hilft Strom beim Sparen
Das Topmodell von Mitsubishi gibt es nur als Plug-in-Hybrid. Die Systemleistung beträgt 306 PS. Die Preise für den Outlander beginnen bei 49.900 Euro.

Halle / Saale - Der Mitsubishi Outlander macht schon im Stand was her, wuchtig und zugleich elegant baut sich der 4,72 Meter lange und 1,75 Meter hohe Wagen vor dem Betrachter auf. Käufer haben bei der Motorisierung keine Wahl: Den Outlander gibt es nur mit Plug-in-Antrieb (PHEV). Zu wählen sind aber verschiedene Ausstattungsversionen. Einstieg ist bei 46.990 Euro, die teuerste der insgesamt fünf Versionen gibt es für 58.490 Euro. Mitsubishi will mit dem aktuellen Modell an den langjährigen Erfolg des Outlanders anknüpfen, der nun in vierter Generation verkauft wird. Bei seiner Premiere 2013 war das Auto das erste SUV mit Plug-in-Antrieb. Unter der Haube des aktuellen Mitsubishi Outlander arbeitet ein 136 PS starker Vierzylinder-Benziner, der mit zwei E-Motoren kooperiert.
Der Elektromotor an der Vorderachse leistet 116 PS und liefert 255 Nm Drehmoment. Auf die Hinterachse gelangen über die zweite E-Maschine 136 PS und 195 Nm. Die Systemleistung beträgt 306 PS. Damit ist der Sprint auf Tempo 100 in 7,9 Sekunden möglich. Allradantrieb sichert Stabilität und Sicherheit bei der Ausfahrt in ruppiges Gelände, da kann man dem Wagen einiges zumuten, wie sich im Test zeigte. In Sachen Top-Geschwindigkeit hält sich der Mitsubishi Outlander zurück, bereits bei 170 km/h ist Schluss.
Die 22,7-kWh-Batterie stehe für eine Reichweite von bis zu 86 km, sagt der Hersteller, im Test wurden 70 km erreicht. Wenn ein DC-Schnelllader genutzt wird, ist die Batterie nach 32 Minuten zu 80 Prozent geladen. Überarbeitet wurde für das aktuelle Modell das Akku-System, das nun eine höhere Dauerleistung ermöglicht. Der neue Outlander PHEV profitiert von einem integrierten Wärmepumpensystem, das auch bei eingeschalteter Klimaanlage den Stromverbrauch reduziert und damit selbst unter winterlichen Bedingungen die elektrische Reichweite so groß wie möglich halten soll, so Mitsubishi.

Der Verbrennungsmotor entspricht in seinen Basisdaten (2,3 Liter Hubraum) weitgehend dem Vorgängermodell. Um die Vorteile des Plug-in-Antriebes optimal nutzen zu können, empfiehlt es sich, so die Testerfahrung, die vier angebotenen Antriebsoptionen zu nutzen. Normal steht für die automatische Regulierung von Elektro- und Hybridantrieb. EV sorgt für den reinen Elektroantrieb, falls der Batterie-Ladezustand dafür ausreicht. Option Save sichert den aktuellen Batterie-Ladezustand ab und bei Charge wird während der Fahrt und beim Bremsen aufgeladen. Angenehm ist, dass der Wagen auch im One Pedal-Modus gefahren werden kann, das heißt, wenn man vom Gas geht, reduziert der Outlander sein Tempo automatisch. In der Stadt nimmt man diesen Service besonders gern an.
Mit der 306 PS-Systemleistung und dem auf 53 Liter vergrößerten Tankvolumen wurde der Aktionsradius bei kombinierter Nutzung von Elektro- und Hybridantrieb etwas erweitert. Im offiziellen WLTP-Testzyklus, so gibt es Hersteller Mitsubishi an, liege der Verbrauch bei 0,8 l/100 km und die Reichweite soll bis zu 844 km betragen. Im Alltag sind diese Verbrauchswerte nicht annähernd zu erreichen. Lädt man den Akku immer fleißig auf, kommt man schon mal auf sechs Liter pro 100 Kilometer. Aber das machen nur wenige Fahrer, sie können dann im reinen Verbrennerbetrieb mit etwa 7,1 Litern rechnen, wenn sie den Motor nicht übermäßig fordern. Sieben Fahrprogramme, regelbar über einen Drehknopf in der Mittelkonsole, helfen mit, den Spritverbrauch zu optimieren bzw. sie sichern gute Traktion.
Bis zu 1.600 Kilo kann der Zweitonner an den Haken nehmen. Ein spezieller Assistent überwacht kontinuierlich die Stabilität des Anhängers, bremst in kritischen Fahrsituationen einzelne oder alle Räder gezielt ab und reduziert bei Bedarf die Motorleistung, bis die nötige Stabilität wieder erreicht ist. Die Maße des Outlanders garantieren ein üppiges Platzangebot auf den vorderen wie hinteren Plätzen. Die im Verhältnis 40:20:40 teilbaren Rücksitze lassen sich je nach Ladebedarf flexibel nutzen. Eine vergrößerte Kofferraumöffnung macht das Be- und Entladen des 495 Liter großen Stauraums bequem. Wird noch mehr Platz benötigt, lässt sich das Ladevolumen durch Umklappen der Rücksitze mit dem leicht bedienbaren Mechanismus auf bis zu 1.404 Liter erweitern.
Ein hochauflösender 12,3-Zoll-Monitor in der Mitte versorgt mit allen Informationen, dorthin überträgt auch die Rückfahrkamera ihre Bilder. Die kabellose Smartphone-Integration via Apple CarPlay und Android Auto funktioniert sehr gut, während das Handy in der induktiven Ladeschale Strom lädt. Das Sprachsteuerungssystem des neuen Outlander PHEV ermöglicht zuverlässig den Zugriff auf verschiedene Funktionen, ohne dass der Fahrer oder die Fahrerin dazu den Blick von der Straße nehmen muss.
Apropos Blick: Beim Blick in den Rückspiegel schaut man nicht auf Spiegelglas, sondern auf einen Bildschirmbild, das eine Kamera am Hecke sendet. Man bekommt ein breites Panoramabild, es fehlt aber beim Rangieren jeglicher Bezug zum Fahrzeug, etwa zu Heckscheibe oder Dachholmen. Steht ein Fahrzeug hinter einem, kann man im „Spiegel“ nicht einschätzen, wie dicht es wirklich aufgefahren ist - was für eine unnötige Erfindung in einem so durchdachten, kraftvollen und eleganten SUV.
Technische Daten Mitsubishi Outlander PHEV:
Antrieb: Vierzylinder-Benzinmotor mit 136 PS, ergänzt durch zwei E-Motore mit 136 bzw. 116 PS, Allrad
Verbrauch im Test: mit vollem Akku bis zu 6,0 l/100 km, Benzin ohne Stromhilfe bei 7,1/100 km.
Rein elektrische Reichweite: 70 km
Schaltung: Acht-Gang-Automatik
Länge: 4,72 m
Kofferraum: 495 l
Preis: ab 46.990 Euro