Bahn in der Pandemie

Corona-Krise: Schienenverkehr im vergangenem Jahr geschwächt

Die Corona-Krise zieht einige Folge mit sich. Vor allem der deutsche Schienen-Verkehr wurde im letzten Jahr stark geschwächt. Nun ist der Wettbewerb um den größten Marktanteil neu entfacht.

Von dpa
Ein Güterzug steht am Rangierbahnhof München-Nord.
Ein Güterzug steht am Rangierbahnhof München-Nord. Sven Hoppe/dpa/Archivbild

Berlin - Der Schienenverkehr in Deutschland wurde im ersten
Jahr der Corona-Krise deutlich geschwächt: Sowohl im Güter- als auch
im Personenverkehr verloren Eisenbahn-Unternehmen Anteile gegenüber
der Straße. Das geht aus einer Marktuntersuchung hervor, die die
Bundesnetzagentur zum Eisenbahn-Verkehr am Donnerstag vorlegte.
Demnach wurde im vergangenen Jahr nur 18,8 Prozent des Güterverkehrs
über die Schiene abgewickelt, der Rest überwiegend über die Straße.
2019 waren es noch 19 Prozent.

Rückgang beim Personenverkehr

Das Ziel der Bundesregierung sieht eigentlich vor, den Anteil des
Schienengüterverkehrs bis 2030 auf 25 Prozent zu erhöhen. Allerdings
stagniert er seit Jahren.

Deutlicher war der Rückgang beim Personenverkehr. Hier ging der
Anteil der Eisenbahn von 9,1 Prozent auf 6,2 Prozent zurück. Der
individualisierte Verkehr auf der Straße hingegen konnte seinen
Anteil um mehr als fünf Prozentpunkte auf 88,3 Prozent steigern. Auch
der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) büßte ein: Der Anteil von
Bussen und Bahnen lag im vergangenen Jahr bei lediglich 4,5 Prozent,
was einem Rückgang von 2,5 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr
entsprach.

Wettbewerb auf den Schienen

Auf der Schiene setzten sich die Wettbewerbstrends der vergangenen
Jahre fort. Im Fernverkehr bleibt die Deutsche Bahn als bundeseigener
Konzern laut Bundesnetzagentur mit einem Marktanteil von 98 Prozent
der dominierende Anbieter - trotz des sukzessiven Angebotsausbaus von
Konkurrent Flixtrain.

Im Regional- und Güterverkehr hingegen holen die Wettbewerber auf: Im
Nahverkehr schrumpfte demnach der Marktanteil der Deutschen Bahn von
72 auf 67 Prozent im vergangenen Jahr. Im Güterverkehr musste die
Bahn einen Prozentpunkt an die Wettbewerber abgeben und lag 2020 bei
einem Anteil von 45 Prozent.