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Vorsicht ist geboten Asbest in Spiel- und Bastelsand? - Was Eltern wissen sollten

Gefärbter Spielsand sieht harmlos aus, ist aber vielleicht gefährlich. Warum Verbraucherschützer vor bestimmten Produkten warnen – und was bei Verdacht auf Asbest zu tun ist.

Von dpa 17.02.2026, 13:25
Verbraucherschützer raten vorsorglich davon ab, Sandspiel-Produkte für den Innenbereich zu verwenden, bis sicher geklärt ist, ob diese Asbest enthalten oder nicht.
Verbraucherschützer raten vorsorglich davon ab, Sandspiel-Produkte für den Innenbereich zu verwenden, bis sicher geklärt ist, ob diese Asbest enthalten oder nicht. Daniel Karmann/dpa/dpa-tmn

Düsseldorf - Er sieht toll aus, wird als „Rainbow Sand“, also Regenbogensand, verkauft – aber auch als „Magic Sand“, „Glow Art Sand“ oder mit „Montessori-Sandtischen“ ausgeliefert. Eltern sollten gefärbten Sand aus China aber sicherheitshalber nicht mehr zum Spielen oder Basteln mit ihren Kindern oder zum Dekorieren der Wohnung verwenden, rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. 

Grund dafür: in Australien und Neuseeland, aber auch in den Niederlanden und Belgien wurden in zahlreichen gefärbten Sandspielprodukten Asbestfasern nachgewiesen. Werden sie einge­atmet, können sie Krebs erzeugen. Normaler Spielsand für Sandkästen im Freien ist nicht betroffen.

Vermutlich Sand aus Gruben, in denen Asbest natürlich vorkommt

Bei den Funden scheint es sich den Verbraucherschützern zufolge um Produkte aus China zu handeln. Sie vermuten: Die Ursache für die Belastung mit Asbest liege wahrscheinlich darin, dass der gefärbte Sand aus Gruben stammt, in denen Asbest natürlich vorkommen kann. Es sei nicht vorhersagbar, welche Produkte vielleicht betroffen sind und welche nicht, da die Asbestbelastung sich von Charge zu Charge unterscheiden könne.

Die Verbraucherschützer raten vorsorglich davon ab, solche Sandspielprodukte für den Innenbereich zu verwenden, bis sicher geklärt ist, ob diese Asbest enthalten oder nicht.

Was soll man mit bereits gekauftem Spielsand tun? 

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, mit bereits gekauftem Spielsand folgendermaßen vorzugehen: 

  • Unbedingt zu vermeiden, die Stäube des Sandes einzuatmen.
  • Noch geschlossene Verpackungen gar nicht erst zu öffnen.
  • Der Sand sollte nicht mit einem Haushaltsstaubsauger aufgesaugt werden.
  • Wenn Teppiche oder Polster verunreinigt sind, von denen sich der Staub nicht feucht abwischen lässt, sollte ein Spezialsauger der Klasse H verwendet werden.
  • Wenn der Sand bereits entnommen wurde, sollte man eine dicht sitzende FFP2-Maske, Putzhandschuhe und eine Schutzbrille anziehen und den Sand vorsichtig nass mache, etwa mit einer mit Wasser und einem Tropfen Spüli gefüllten Blumenspritze. So kann der Sand nicht mehr stauben und man kann ihn anschließend mit nassen Lappen aufwischen. Danach sollte Sand inklusive Handschuhe und Maske in reißfeste Plastikbeutel, Dosen oder Eimer luftdicht verschlossen werden.
  • Dann heißt es: Untersuchungsergebnisse abwarten. Wenn sich herausstellt, dass das Produkt asbesthaltig ist, muss es als asbesthaltiger Abfall entsorgt werden. Dazu erkundigt man sich beim Abfallentsorger.