Kinokomödie Komödie „Die Ältern“ - Vom Kinderhelden zum Vater-Geruch
Gestern Schwimmflügel, heute der erste Mietvertrag: Was passiert, wenn Familienrituale bröckeln und Väter plötzlich „ungeil“ riechen? Wortmanns Komödie „Die Ältern“ trifft mitten ins Herz.

München - Gerade waren die Kinder doch noch so klein und süß. Und jetzt? Sind sie fast schon erwachsen und wollen ausziehen, ihren eigenen Weg gehen. Eine Entwicklung, die das Leben ziemlich auf den Kopf stellen kann, bei der Jugend ebenso wie bei den Erwachsenen.
Sönke Wortmann („Der Spitzname“) bringt dazu die passende Komödie ins Kino: „Die Ältern“ mit „Eberhofer“-Star Sebastian Bezzel. Vorlage ist der gleichnamige Roman von „Pubertier“-Autor Jan Weiler.
Worum geht es?
Im Kern geht es um die Midlife-Krise. Den Schriftsteller Hannes trifft sie ziemlich unvermittelt. Nach seinem Erfolg vor Jahren hat er keinen Bestseller mehr geschrieben und bekommt Druck von seinem Verleger.
Auch mit seinem bequemen Familienleben ist Schluss. Seine Frau Sara (Anna Schudt, „Hundertdreizehn“) hat keine Lust mehr auf das immer gleiche Einerlei und auch Tochter Carla (Kya-Celina Barucki, „Mädchen Mädchen“) möchte eigene Wege gehen.
So bleibt Hannes mit Sohn Nick (Philip Müller, „Die Schule der magischen Tiere 4“) allein im Familienhaus zurück - und muss sein Leben neu ordnen. Denn auch Nick hat keine Lust mehr auf Familienfrühstück und all die liebgewonnenen Rituale aus Kindertagen. Und so steht Hannes da, reichlich überrumpelt, enttäuscht und hilflos.
Lohnt sich der Film?
Wer Lust auf einen lustigen Kinoabend hat, ist hier richtig. Vor allem bei Eltern mit Teenager-Kindern dürften so manche Szenen hohen Wiedererkennungswert haben. Bezzel spielt den Familienvater mit großer Hingabe - zwischen der Unlust, etwas im Leben zu ändern und der Wehmut, die damit verbunden ist, wenn Kinder plötzlich flügge werden.
Denn dann geht ein Abschnitt zu Ende, der nie wiederkommt. Wortmann erzählt all das sehr einfühlsam und bewegend und gleichzeitig auch unterhaltsam.
Was lernt man beim Anschauen?
Dass es sich lohnt, immer wieder etwas zu verändern. Und dass Bequemlichkeit nicht alles ist im Leben. Manchmal ist es Zeit, Neues zu wagen. Die passende musikalisch Untermalung für neuen Lebensmut: Herbert Grönemeyers Song „Sekundenglück“, der auch im Film eine Rolle spielt.
Welche Sprüche gibt es?
- „Du bist nicht an ihnen dran, du hängst an ihnen wie ein Schiffbrüchiger an einer Planke. Wir müssen sie loslassen.“ (Sara zu den Versuchen ihres Mannes, nah an den Kindern dranzubleiben)
- „Gestern ziehst du ihnen noch Schwimmflügelchen an und am nächsten Tag winken sie dir mit ihrem ersten Mietvertrag zu. Und du bist draußen. Für mich kam das zu früh. Oder es hätte mich jemand darauf vorbereiten müssen.“ (Hannes über seine selbständigen Kinder)
- Hannes: „Wie riecht denn ein Vater?“ Nick: „Nach Vater halt, irgendwie ungeil.“ (Nick wirft Hannes vor, wie ein Vater zu riechen)