Romanverfilmung Romanverfilmung: Kinostart 08. Mai: «City of God»

Hamburg/dpa. - In seinem atmosphärischbestechenden Spielfilm «City of God», der nun in den deutschen Kinosanläuft, zeichnet der brasilianische Regisseur Fernando Meirelles einerschreckend authentisches Bild vom Leben in den Baracken-Siedlungenam Rande von Rio de Janeiro, wo die Kinder als Analphabetenaufwachsen und keinerlei Perspektive besitzen. Geld, Drogen undWaffen zählen dort mehr als ein Menschenleben.
Die brutale und hoffnungslose Geschichte von «City of God» basiertauf dem 600 Seiten starken Roman «Cidade de Deus» des brasilianischenAutors Paulo Lins, der selbst in einem Elendsviertel der Favelasaufwuchs. Mit den Figuren, die er in seinem Buch beschreibt, kam erin Berührung, wenn er nur aus dem Fenster sah. Der Regisseur undWerbefilm-Produzent Meirelles war von der Vielzahl der Charaktere undStorys fasziniert, die das Buch mit seinen rund 300 Figuren in sichbirgt. Er entschied sich, bei der Verfilmung die Fülle derverschiedenen in- und gegeneinander verlaufenden Geschichtenbeizubehalten. Mit der Leinwand-Adaption beauftragte er denbrasilianischen Drehbuchautor Bráulio Mantovani.
Der Erzähler in «City of God» ist ein schüchterner, jungerFotograf (Alexandre Rodrigues), der davon träumt, dieser zerstörtenWelt zu entfliehen. Durch seine Augen schildert Meirelles, wie dieEntstehung des Drogenhandels Ende der sechziger Jahre in Rio beginntund ein kleiner, schießwütiger Junge zu einem gefürchteten Gangführer(Leandro Firmino da Hora) aufsteigt, der mit Drogenhandel undkriminell verordneter Ruhe fast die gesamte Gegend kontrolliert. Seinrabiates Vorgehen stößt auf den Widerstand eines rivalisierendenGangsters (Matheus Nachtergaele), der ebenfalls seine Bandeaufrüstet. Anfang der achtziger Jahre bricht in der «City of God» derKrieg aus.
Zum Casting lud der Regisseur rund 2000 Laiendarsteller ein undwählte schließlich 200 Kinder und Jugendliche aus, mit denen er überacht Monate lang vor der Kamera trainierte. Bei der Improvisation derFilmszenen wurden Situationen und Dialoge, welche die jungenDarsteller als nicht wirklichkeitsgetreu empfanden, aus dem Skriptgestrichen.
Die Dreharbeiten erfolgten in zwei Siedlungsprojekten, wo einDrogenbaron vom Hochsicherheitsgefängnis aus dem Team die Bedingungenund Mietpreise für die Drehorte diktierte. Produziert wurde dieseSaga von Andrea Barata Ribeiro und Mauricio Andrade Ramos mit GloboFilmes, Lumière, Studio Canal und Wild Bunch. Als ausführenderProduzent zeichnet der preisgekrönte brasilianische Regisseur WalterSalles («Central Station») verantwortlich.