Neue Musikzeitschrift "Schall"

Neue Musikzeitschrift "Schall": Aus Liebe zur deutschen Musik

Berlin - Es ist im Grunde genommen eine Schnapsidee, das sagt Christian Hentschel selbst. In Zeiten, in denen gedruckte Zeitschriften mit dem Internet konkurrieren, ein neues Magazin zu gründen, das sich mit Musik beschäftigt? Wo doch auch die Musik immer öfter im Netz spielt, auf Streamingplattformen und Videoseiten? Doch irgendwie musste es trotzdem sein, sagt der 46-Jährige, der bis 2008 Chefredakteur des legendären „Melodie & Rhythmus“ ...

Von Steffen Könau 20.05.2015, 12:09

Es ist im Grunde genommen eine Schnapsidee, das sagt Christian Hentschel selbst. In Zeiten, in denen gedruckte Zeitschriften mit dem Internet konkurrieren, ein neues Magazin zu gründen, das sich mit Musik beschäftigt? Wo doch auch die Musik immer öfter im Netz spielt, auf Streamingplattformen und Videoseiten? Doch irgendwie musste es trotzdem sein, sagt der 46-Jährige, der bis 2008 Chefredakteur des legendären „Melodie & Rhythmus“ war.

Hentschel hat also Gleichgesinnte gesucht und gefunden. Und zusammen auch eine Idee: „Ein Magazin, das seinen Fokus auf Musik aus dem deutschsprachigen Raum legt, fehlte bisher auf dem Markt“, glaubt Thomas König, der zum 20-köpfigen Redaktionsteam gehört. Die erste Ausgabe ist gerade an die Kioske geliefert worden, 194 Seiten vollgepackt mit Reportagen, Interviews und Porträts aus der Welt deutschsprachiger Stars wie Sophie Hunger, Balbina, Die Prinzen, die Söhne Mannheims, Hubert von Goisern und Herbert Grönemeyer.

Nah dran an den Aktiven

Vorteil des Schall-Magazins: Die Macher sind keine heurigen Hasen, sondern schon viele Jahre in der Szene unterwegs. Hentschel hat Bücher über Keimzeit, City und die Puhdys geschrieben, Franz X.A. Zipperer ist Autor bei „Piranha“ und „Nitro“ und auch Christian K.L. Fischer schrieb schon für „Melodie & Rhythmus“.

Die Autoren sind nah dran an den Aktiven, man kennt einander und hat Vertrauen. Wo die Pressearbeiter der Künstler anderen Schreibern die Tür vor der Nase zuschlagen würden, macht Ferris MC den „Schall“-Leuten sein Herz ebenso auf wie Heinz Rudolf Kunze oder Knorkator-Chef Alf Ator.

Vorliebe für einheimische Musik

Dass es neben „Rolling Stone“ und „Musikexpress“, den beiden Großen im Markt, eine Lücke gibt für „Schall“, dafür sieht Thomas König auch einen Beleg in den Media Control-Charts des vergangenen Jahres. „Populäre Musik von Künstlern aus dem deutschsprachigen Raum ist beliebter als je zuvor“, sagt er, „mehr als die Hälfte der Top 100 des letzten Jahres stammen von deutschen Bands und Interpreten.“ Dennoch trage bisher kein Medium dieser unverkennbaren Vorliebe der Deutschen für einheimische Musik Rechnung. „Schall tritt an, diese Lücke zu schließen“, sagt König.

Keine Genregrenzen

In der ersten Nummer, der im September Nummer zwei folgen soll, sind keine Genregrenzen zu entdecken. Rock, Punk, Techno und Liedermacherei stehen gleichberechtigt nebeneinander, genau wie die Newcomer Stereo Herz, Lúisa oder Balbina bekommen alte Größen wie Rammstein, die Donots und die Ohrbooten ihren Platz. „Jede Musik ist es wert, gehört und genauer betrachtet zu werden“, formuliert Thomas König, „und genauso sind die Geschichten dahinter es wert, erzählt zu werden.“ Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter: www.schallmagazin.de oder facebook.com/schallmagazin. (mz)