Händel-Festspiele

Händel-Festspiele: Lauchstädter Schäferstündchen

Bad Lauchstädt - In der Oper „Acis und Galatea“ bezaubern Menschen und Puppen.

Von Joachim Lange 28.05.2017, 15:50

Die Festspiel-Dramaturgie bewies nicht nur mit „Jephtha“, dem ernsten Festspielauftakt im Opernhaus, ein glückliches Händchen, sondern auch mit Händels verspieltem Schäferstündchen „Acis und Galatea“, das am Samstag im Goethe-Theater in Bad Lauchstädt folgte. Am diesem Nachmittag spielte auch das Wetter mit, das sich hochsommerlich präsentierte. Die Festspielgemeinde profitierte im ausverkauften Haus von der Restkühle in dem Theater-Gemäuer, wo die Restaurierungsfortschritte unverkennbar sind.

Der euphorische Jubel, der sich über jeden Gag amüsierenden Zuschauer, galt einer Art von Theater-Melange aus Marionetten, Sängern und Jahrmarktsschaubude, bei der die Sänger mal nicht auf Beiträge aus dem Off reduziert waren. Als Akteure mischten sie mit und, wo es passte, die Szene auch gehörig auf.

Stilisierte Marionetten-Double des Prager Puppentheaters sorgen für Heiterkeit

Sophie Junker als sopranfrische Nymphe Galatea und Benedikt Kristjánsson als ihr tenorheller Schäfer Acis hatten witzig stilisierte Marionetten-Double des Prager Puppentheaters Buchty a Loutky (für die drei Puppenspieler im Verborgenen die Fäden zogen). Auf der hübschen kleinen Bühne auf der großen Bühne schwebten die denn auch in Vit Brukners gelungener Inszenierung durch eine fantastisch aufblühende Pflanzen- und putzige Tierwelt.

Dass das Miniportal des Kasperletheaters (Bühne: Barbora Cechová und Katerina Houskova) aufs Haar der Verzierung über der Lauchstädter Bühne glich, stand wie ein Omen für die Passgenauigkeit dieses Gastspiels.

Unter der inspirierenden Leitung der Flötistin Jana Semerádová fühlte sich das junge tschechische Ensemble Collegium Marianum im engen Graben offensichtlich genauso wohl wie neben den beiden Titelhelden auf der Bühne auch Patrick Grahl als Damon, Tomas Lajtkep als Coridon und der mit fantastischer Maske als Riese Polyphemo auftretende Tomás Král.

Das 1991 gegründete private Puppentheater Buchty a Loutky aus Tschechien bescherte dem Publikum einen sommerlich heiteren Nachmittag. Demnächst wird hier wieder Wolfgang Katschner mit seiner Lautten Compagney als Quasi-Hausorchester das Ruder übernehmen und mit „Giustino“ für einen weiteren Festspielhöhepunkt sorgen. (mz)

Mehr zum Festspielprogramm:www.haendelfestspiele-halle.de