Berlin Berlin: Schloss Köpenick glänzt nach Sanierung in alter Pracht

Berlin/dpa. - Nach zehnjähriger Generalsanierung ist das Berliner Schloss Köpenick von diesem Freitag an mit einer prunkvollen Sammlungwieder als Kunstgewerbemuseum geöffnet. Als Dependance desStammhauses am Kulturforum im Tiergarten präsentiert sich derSchlossbau aus dem 17. Jahrhundert jetzt als ein «neuesGesamtkunstwerk» mit Kunstschätzen aus Renaissance, Barock undRokoko. Zu den Ausstellungsstücken gehören unter anderem das Große Silberbuffet aus dem Berliner Schloss (vor 1698) und das für Friedrich II. von der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin (KPM) für das Breslauer Stadtschloss angefertigte Tafelservice von 1767.
Im Zentrum der 21 Räume mit 1500 Quadratmetern stehen Hauptwerkeder Sammlung und historische Wandverkleidungen - aus der Renaissancedie Prunkstuben aus Schloss Haldenstein in Graubünden (um 1548) undaus Schloss Höllrich in Oberfranken (um 1555), das barockeSpiegelkabinett aus Schloss Wiesentheid (1724/25) sowie dasChinesenzimmer mit Lackmalereien aus dem Palazzo Graneri in Turin (um1740/50), ein Hauptwerk des Rokoko.
Die 29 reich stuckierten, zumeist mit Szenen aus dem Diana-Mythosbemalten Decken der Schlossräume wurden aufwändig restauriert. Siesind das bedeutendste profane Ensemble barocker Stuckdekorationen desspäten 17. Jahrhunderts im gesamten nordostdeutschen Raum und geltenals eine der Hauptattraktionen des Köpenicker Schlosses.
Zu den kostbaren Ausstellungsstücken gehören auch Möbel,Tapisserien, Leder-, Seiden- und Papiertapeten, Wandleuchten und -spiegel, Standuhren, Vasen, Glas und Keramik. In einer gesondertenGalerie wird KPM-Porzellan gezeigt. Zwei Räume geben einen Einblickin die Siedlungs- und Baugeschichte der Köpenicker Schlossinsel.
Das Schloss wurde zwischen 1677 und 1690 nach mehrfach geändertenPlänen der Architekten Rutger van Langerfelt und Johann Arnold Neringerrichtet. Es diente vor allem als Jagdschloss und Witwensitz, späterauch als Staatsgefängnis und Militärdepot und Studentenwohnheim. Inder DDR wurden hier die im Osten verbliebenen Schätze desKunstgewerbemuseums ab 1963 gezeigt. Das Berliner Kunstgewerbemuseumwurde 1867 gegründet und war das erste Museum dieser Art inDeutschland und das dritte weltweit. Zeitweise war es im BerlinerStadtschloss und auch im Martin-Gropius-Bau untergebracht.