Erhebliche Steigerung

Versteckte Preiserhöhung um 25 Prozent: Verbraucherzentrale kürt Rama zur Mogelpackung des Monats

Wegen einer versteckten Preissteigerung hat die Verbraucherzentrale die Streichfettmarke Rama zur Mogelpackung des Monats erklärt. Was die Verbraucherschützer dem Konzern vorwerfen und wie dieser reagiert.

12.08.2022, 16:28
Hersteller Upfield hat den Inhalt einer Dose Rama deutlich reduziert. 
Hersteller Upfield hat den Inhalt einer Dose Rama deutlich reduziert.  Foto: imago images/Manfred Segerer

Magdeburg/Halle (Saale)/DUR/thj – Die Verbraucherzentralen in Deutschland erhalten jeden Monat unzählige Hinweise von Kunden, die sich über Mogelpackungen im Handel beschweren. Bei der Verbraucherzentrale Hamburg steht aktuell vor allem die Marke Rama des Herstellers Upfield in der Kritik. Der Anbieter reduzierte den Inhalt seines Produktes erheblich, der Preis blieb aber gleich.

Mogelpackung des Monats: Rama von Upfield in der Kritik

Laut der Verbraucherzentrale Hamburg ist der Inhalt des Produkts Rama von Upfield von 500 auf 400 Gramm pro Becher geschrumpft. Die Größe der Verpackung blieb jedoch gleich. Bei identischem Preis würde das Streichfett durch die Füllmengenreduktion so um 25 Prozent teurer.

Außerdem kritisieren die Verbraucherschützer, dass die geringere Füllmenge auf Kosten der Nachhaltigkeit gehen würde, da weniger Inhalt bei gleicher Verpackungsgröße angeboten werden würde.

Hersteller spart Kosten: Preis für Rama deutlich gestiegen

Zudem berichtet die Verbraucherzentrale, dass der Preis für einen Becher Rama seit 2008 um 150 Prozent gestiegen sei. Zugleich habe der Hersteller aber eine Kostenersparnis durch eine veränderte Rezeptur erzielt. So sei etwa Fett mehr und mehr durch „streichfähiges Wasser“ ersetzt oder wie zuletzt die Menge des Inhalts verkleinert worden.

Hersteller Upfield rechtfertigt Preiserhöhung bei Rama

Der Rama-Hersteller Upfield Holdings hat sich gegenüber der Verbraucherzentrale Hamburg in einer Stellungnahme zu den Vorwürfen geäußert und die Änderungen verteidigt. Das Unternehmen verzeichne „dramatische Kostensteigerungen“ in der gesamten Lieferkette, einschließlich der verwendeten Rohstoffe.

Man sei stets bemüht, die Kostensteigerungen nicht an die Verbraucher weiterzugeben und Änderungen klar zu kommunizieren. Zudem würde das Unternehmen lediglich eine unverbindliche Preisempfehlung für seine Produkte aussprechen. Der endgültige Verkaufspreis liege immer im Ermessen des jeweiligen Einzelhändlers.