Ostdeutschlands größter Bierbrauer

Ostdeutschlands größter Bierbrauer : Hasseröder wird doch nicht verkauft

Wernigerode - Ostdeutschlands größte Brauerei wechselt doch nicht den Besitzer: Die Harzer Brauerei Hasseröder aus Wernigerode wird nicht verkauft, gab der Bierriese AB Inbev am Mittwoch überraschend bekannt. Gleiches gelte für die Altbiermarke Diebels aus Issum ...

Von Steffen Höhne
Ein Regenbogen steht über der Hasseröder Brauerei in Wernigerode.
Ein Regenbogen steht über der Hasseröder Brauerei in Wernigerode. dpa-Zentralbild

Ostdeutschlands größte Brauerei wechselt doch nicht den Besitzer: Die Harzer Brauerei Hasseröder aus Wernigerode wird nicht verkauft, gab der Bierriese AB Inbev am Mittwoch überraschend bekannt. Gleiches gelte für die Altbiermarke Diebels aus Issum (Nordrhein-Westfalen). 

„Unsere Strategie für Deutschland hat sich weiterentwickelt. Daher werden Hasseröder und Diebels in Zukunft eine neu definierte Rolle in unserem Portfolio spielen", teilte Florian Weins, Deutschland-Chef von Anheuser-Busch Inbev, in einer Presseerklärung mit. Hintergründe für die Kehrtwende wurden nicht genannt. Auch wie die „neue Rolle“ aussieht, wird offengelassen.

Der Bierbrauer AB Inbev hatte 2017 angekündigt, sich in Deutschland auf die Premiummarken Beck's und Franziskaner konzentrieren zu wollen. Die Harzer Traditionsbrauerei passte da nicht mehr ins Programm. Ein Anfang 2018 angekündigter Verkauf an die hessische Investment-Firma CK Corporate Finance scheiterte jedoch. Der dahinterstehende Unternehmer Daniel Deistler konnte offenbar kein tragfähiges Konzept präsentieren.

Die Manager von AB Inbev gingen im vergangenen Jahr erneut auf Investoren-Suche „Wir stehen immer noch mit mehreren Interessenten in Kontakt, denen wir bereits Zugang zu weiteren Informationen zu Hasseröder und Diebels sowie den dazugehörigen Standorten ermöglicht haben", sagte eine AB-Inbev-Sprecherin noch im November 2018 der MZ. Doch offenbar fand sich kein passender Käufer.

Die mehr als 200 Mitarbeiter von Hasseröder standen einem Verkauf ohnehin skeptisch gegenüber. „Die Belegschaft kann die Entscheidung von AB Inbev, die Hasseröder Brauerei zu verkaufen, nicht verstehen - wir müssen es aber akzeptieren", sagte Betriebsratschef Thorsten Schuster zuletzt der MZ. In den vergangenen Jahren investierte AB Inbev jedoch immer weniger Geld ins Marketing wie TV-Werbung und Sport-Sponsoring für die Bier-Marke.

Hasseröder ist zwar noch Ostdeutschlands Biermarke Nummer eins - doch verliert die Marke rasant Kunden. Der Absatz ist laut Fachmagazin Getränke-Inside von 2,42 Millionen Hektolitern im Jahr 2013 auf 2,09 Millionen Hektoliter im Jahr 2016 gesunken. Nach Angaben der Gewerkschaft NGG dürften es im Jahr 2018 nur noch 1,8 Millionen Hektoliter gewesen sein. (mz)