Handel setzt weiter auf Schlussverkauf

Berlin/dpa. - Geduld bis zum Startschuss braucht fast niemand mehr. Wenn am 21. Juli der Sommerschlussverkauf (SSV) im Handel anläuft, ist der Kampf um die Schnäppchenjäger längst in Gang.

Von Sascha Meyer 21.07.2008, 11:03

Geduld bis zum Startschuss braucht fast niemand mehr. Wenn am 21. Juli der Sommerschlussverkauf (SSV) im Handel anläuft, ist der Kampf um die Schnäppchenjäger längst in Gang.

Schon seit Wochen werben Ketten und Kaufhäuser vor allem in den Metropolen mit Sonderangeboten um die nach wie vor zögerlichen Käufer. Nun soll die ultimative, konzertierte Rabattaktion zum Saisonfinale locken. Zwar sind die beiden einst ehernen Ausverkaufs-Termine im Sommer und Winter inzwischen rechtlich passé. Doch aufgeben will die Branche die bekannten Höhepunkte im Geschäftsjahr weiterhin nicht - erst recht in Zeiten verbreiteter Inflationssorgen bei der Kundschaft. Nach dem oft durchwachsenen Wetter sind viele Lager noch voll mit Sommerartikeln.

Der wahre SSV beginnt am 21. Juli, heißt es beim Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE), der die Schlussverkäufe nach dem Wegfall der gesetzlichen Beschränkungen 2004 bundesweit koordiniert. Mit Extra-Angeboten wollten auch diesmal wieder mehr als zwei Drittel der Geschäfte für meist zwei Wochen mit von der Partie sein. Bei Bekleidung, in Möbelläden, Bau- oder Elektromärkten könnten Kunden mit 50 Prozent Preisnachlass rechnen, teils sogar mit bis zu 75 Prozent. Denn nach den laufenden Rabattwellen würden Artikel jetzt vielfach noch einmal herabgesetzt, verspricht der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE).

Tatsächlich mussten viele Kunden in den vergangenen Wochen nicht gerade mit der Lupe auf Schnäppchensuche gehen. Ein Zweirad-Center rief zum Beispiel den heißen Preis-Juli aus und lockte unverhohlen per Prospekt: Das Beste gibt's vor dem SSV! Auch Warenhäuser werben längst mit Preiskrachern wie Waschmaschinen zu 299 statt 489 Euro oder für die groß angelegte Saisonräumung unter dem Motto Sparen mit Stil. Textilketten plakatieren grellrote Prozentzeichen zum Sale mit Mode für Damen wie Herren, ein Baumarktriese blies zur vorzeitigen Schlussverkaufs-Attacke. Und auch ein Online-Versand verkündet auf den Computermonitoren: Mehr Sommer! Mehr Superpreise!

Dabei hat sich die Bedeutung der Schlussverkäufe gewandelt. Die Zeiten, in denen sich Käufermassen frühmorgens vor Warenhaustüren drängelten, sind weitgehend vorbei. Denn vor allem Handelsunternehmen mit bundesweiter Präsenz setzen mittlerweile fast permanent auf die Magie wechselnder Minipreise, um die Umsätze anzukurbeln. Dazu kommt, dass Modefilialisten inzwischen teils monatlich mit aktueller Ware beliefert werden, wie BTE-Hauptgeschäftsführer Jürgen Dax sagt. Es kommen nicht zwei große Happen, sondern zehn bis zwölf kleinere Häppchen. Zum SSV gebe es Rabatte nun aber nicht nur in Kaufhäusern und Textilketten, sondern auch in mittelständischen Fachgeschäften und kleineren Städten abseits der Ballungszentren.

Umtausch oder Geld zurück - Kundenrechte beim SSV