Kultmarke aus der DDR Gelb? Grün? Hauptsache Fit! Wie das Spülmittel zum internationalen Star wurde
Für viele Ostdeutsche ist Fit bis heute ein Synonym für Spülmittel. Das Kultprodukt aus der DDR hat die Wiedervereinigung nach anfänglichen Schwierigkeiten gut überlebt. Über den Werdegang des grünen Küchenhelfers und was Fit mit Sunil, Gard und Fenjal verbindet.

Hirschfelde. – Für viele Verbraucher in ganz Deutschland ist das Spülmittel Fit in der markanten grünen Farbe die erste Wahl, wenn es um den Abwasch geht.
Doch nicht jeder weiß, dass die Marke ihren Ursprung in der DDR hat. Der Volkseigene Betrieb VEB Fettchemie Karl-Marx-Stadt ließ den Namen 1954 schützen, 1955 kam das erste Spülmittel auf den Markt – zunächst als Pulver, kurze Zeit später in flüssiger Form.
Auch interessant: Fit investiert in Erweiterung der Produktion
Fit: Das Pril des Ostens hatte früher eine andere Farbe
Schon bald wurde Fit im Osten Deutschlands zur Bezeichnung für Spülmittel schlechthin, ähnlich wie "Pril" im Westen – das Produkt war ein fester Bestandteil fast jeder Küche.
Was auch nicht jeder weiß: Fit hatte früher eine andere Farbe. In den ersten Jahren war das Spülmittel aufgrund einer divergierenden chemischen Zusammensetzung gelb und sah eher nach Kernseife oder Sonnenblumenöl aus.
Lesen Sie auch: Wie der DDR-Klassiker Fit die Regale eroberte
Erst gegen Ende der 1980er-Jahre wurde auf Grün umgestellt. Seitdem gilt die Farbe als Markenzeichen.
Nach der Wende: Privatisierung und Neubeginn der Marke Fit
Mit dem Ende der DDR stand das Unternehmen zunächst vor dem Aus. Die Produktionszahlen sanken zwischen 1989 und 1991 dramatisch – viele Konzerne zögerten, in den ostdeutschen Betrieb zu investieren.
In dieser Phase produzierten die Mitarbeiter zeitweise auf Vorrat und verkauften Produkte direkt aus Lastwagen, um das Geschäft am Leben zu erhalten.
Lesen Sie auch: Einstiges DDR-"Wundermittel" hat die Wende gut überstanden: "Fit" ist wieder auf Wachstumskurs
1992 trat dann der westdeutsche Chemiker Wolfgang Groß in Erscheinung: Er kaufte den Betrieb von der Treuhand und gründete 1993 die heutige Fit GmbH, nachdem er zuvor in der Forschung und Leitung großer Konzerne wie Procter & Gamble gearbeitet hatte.
Groß machte Fit wieder fit: Modernisierte Maschinen, ein erweitertes Sortiment und neue Verkaufswege ebneten den Weg in die schwarzen Zahlen.
Shopping-Tipp: Fit-Spülmittel 500 ml, direkt online kaufen (*)
Mit dem Klick auf obigen Affiliate-Link erklären Sie Ihre Einwilligung zu einer Übermittlung von Daten an unseren jeweiligen Affiliate-Partner und dessen Datenverarbeitung zur möglichen Provisionsabrechnung zu.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserer
Datenschutzerklärung
.
Dieser Artikel enthält Produkt-Empfehlungen. Beim Kauf über unsere Affiliate-Links (mit * gekennzeichnet) erhalten wir eine Provision, die unseren unabhängigen Journalismus unterstützt.
Hier
können Sie mehr über Affiliate Marketing erfahren.
Hinweis: Preise, Aktionen und Rabatte in Onlineshops sind ständig in Bewegung. Daher können wir keine einhundertprozentige Garantie für deren Aktualität in unseren Artikeln geben.
Seitdem hat Fit sein Produktportfolio deutlich erweitert: Neben dem klassischen Handspülmittel werden Geschirrspülmittel für Maschinen, Haushaltsreiniger, Waschmittel, Weichspüler und sogar Kosmetikprodukte produziert.
Zudem hat das Unternehmen bekannte Marken wie Rei in der Tube, Kuschelweich, Sunil, Gard und Fenjal übernommen, die seitdem ebenfalls im sächsischen Hirschfelde produziert werden.
Fit im Handel: Vom Regionalprodukt zum modernen Hersteller
Das Unternehmen versteht sich längst nicht mehr als Nostalgieprodukt, sondern als wettbewerbsfähiger Produzent im deutschen und europäischen Reinigungsmittelmarkt.
Laut Unternehmensangaben erzielte die Fit GmbH 2024 einen Jahresumsatz von rund 377 Millionen Euro und beschäftigt etwa 290 Mitarbeiter am Standort bei Zittau.
Lesen Sie auch: Unternehmen Fit sucht nach passendem Käufer
Zudem habe das Unternehmen in den vergangenen Jahren Millionen in Produktionstechnik und Kapazitätserweiterungen investiert, um den Standort zu stärken und zugleich auf Energieunabhängigkeit zu setzen, etwa durch den Bau eines eigenen Windrads.
Produktmerkmale: Was das grüne Spülmittel heutzutage auszeichnet
Fit-Spülmittel ist bekannt für seine gute Reinigungsleistung und Ergiebigkeit, die viele Nutzer schätzen. Die moderne Rezeptur verbindet starke Fettlösewirkung mit hautfreundlichen Tensiden und ist für die meisten Geschirrarten geeignet.
Shopping-Tipp: Fit-Spülmittel 100 ml, direkt online kaufen (*)
Zudem sind heute bei vielen Produkten biologisch abbaubare Inhaltsstoffe und recycelbare Verpackungen im Einsatz, so das Unternehmen.
Auch interessant: Spülmittelhersteller Fit in neuen Händen
Neben der grünen Farbe schafft vor allem ein markantes Merkmal bis heute Wiedererkennungswert: die Flaschenform, die seit 1968 – dem Design des Roten Turms in Chemnitz nachempfunden – das Produkt prägt und zum Designklassiker wurde.
Neuer Eigentümer, gleiche Identität: Die Übernahme durch BlueSun
Im Sommer 2025 fiel eine große Entscheidung: Die BlueSun Group, ein spanischer Hersteller von Reinigungs- und Pflegeprodukten, übernahm die Fit GmbH.
Trotz dieses Besitzerwechsels blieben Standort, Arbeitsplätze und Unternehmensstruktur im sächsischen Werk in Hirschfelde erhalten, teilte das Unternehmen damals mit.
Shopping-Tipp: Fit-Spülmittel, 10-Liter-Kanister, direkt online kaufen (*)
Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, doch für Fit haben sich mit dem Beitritt zur international aufgestellten BlueSun-Gruppe neue Chancen für den Vertrieb über Deutschland hinaus ergeben – etwa in Südeuropa, Frankreich, den Benelux-Staaten, Großbritannien oder Nordeuropa.
Dem Markenwert soll die Übernahme also keinen Abbruch tun. Die Fit GmbH wird innerhalb der BlueSun-Gruppe als eigenständiges Unternehmen weitergeführt, um Geschichte und Charme des DDR-Klassikers nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.