Drei Autozulieferer sind insolvent

Drei Autozulieferer sind insolvent: Magdeburger Firmengruppe von Felix von Nathusius muss saniert werden

Halle (Saale) - Für die drei operativ tätigen Gesellschaften der in Magdeburg ansässigen Inteb-M Gruppe wurde aufgrund einer drohenden Zahlungsunfähigkeit ein Insolvenzantrag gestellt.

Von Steffen Höhne 04.03.2020, 15:12

Die Krise in der Automobilwirtschaft trifft einen weiteren Zulieferer in Sachsen-Anhalt hart. Für die drei operativ tätigen Gesellschaften der in Magdeburg ansässigen Inteb-M Gruppe wurde aufgrund einer drohenden Zahlungsunfähigkeit ein Insolvenzantrag gestellt, teilte das Unternehmen mit. Konkret geht es um die Maschinenbau-Firmen H&B Omega Europa GmbH, IZM-Polycast GmbH und Symacon GmbH. Hinter den Firmen steht der prominente Unternehmer Felix von Nathusius.

Große Pläne geplatzt

Als Grund für die Schieflage wird eine Kundeninsolvenz genannt. Konkret: Der schwäbische Automobilzulieferer Schweizer Group hatte zuletzt Insolvenz angemeldet - die zweite innerhalb kurzer Zeit. „Ein Großauftrag für eine Fertigungslinie konnte nicht wie geplant abgewickelt werden“, sagte Sanierungsexperte Joachim Voigt-Salus, der nun als Generalbevollmächtigter für die drei Zulieferer tätig ist, der MZ. Die Liquidität des Unternehmens war daher angespannt, Banken zögerten bei weiteren Finanzierungen.

Voigt-Salus sieht dennoch gute Sanierungschancen: „Die Gruppe konnte in den vergangenen zwei Jahren ihren Umsatz von 14 auf 20 Millionen Euro steigern.“ Das schwierige Marktumfeld habe dem Firmenverbund jedoch zugesetzt. Bei der nun gewählten Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt von Nathusius in der Geschäftsführung und kann an der Restrukturierung mitwirken. Die drei Firmen mit 140 Mitarbeitern sollen weiterarbeiten.

Die Entwicklung des Firmenverbundes ist jedoch weit von den Ansprüchen entfernt, die sich von Nathusius gesetzt hatte. Der Unternehmer hatte 2017 die Beteiligungsgesellschaft Inteb-M, zu der H&M Omega und IZM Polycast gehörten, gegründet. 2018 kam Symacon hinzu. Finanziert wurde dies damals durch Banken und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt. Durch den Zusammenschluss unter einem Dach sollten die Firmen größere Projekte stemmen können. Durch weitere Zukäufe wollte von Nathusius ein „globales Technologie-Unternehmen“ aufbauen.

Viele in der Region Magdeburg trauten ihm dies zu, denn Felix von Nathusius kommt aus einer Unternehmerfamilie. Bis 2017 führte er den Autozulieferer Ifa aus Haldensleben (Börde), verließ das Familienunternehmen dann aber. Ifa ist in den vergangenen Jahren auch in die Krise gerutscht und soll nach einer Sanierung verkauft werden.

Investoren werden gesucht

Das ist nun auch bei den Firmen der Inteb-M-Gruppe möglich. Durch das Insolvenzgeld müssen die Unternehmen drei Monate keine Löhne zahlen, das verbessert die Finanzlage. Anschließend werde ein Investorenprozess eingeleitet, so Voigt-Salus. Kurz: Die Firmen könnten verkauft werden, um die Ansprüche der Gläubiger zu bedienen. Felix von Nathusius beabsichtigt jedoch, im Einvernehmen mit den Gläubigern selbst am Ruder zu bleiben. „Ich glaube an die Zukunft unserer technologisch anspruchsvollen Unternehmen“, sagt er und würde diese Zukunft auch selbst gern gestalten. (mz)