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Bahn fehlen Tausende Mitarbeiter Deutsche Bahn: Der DB fehlen Tausende Mitarbeiter - nur jeder fünfte ICE ist voll funktionsfähig

22.11.2018, 07:47
Angeblich sind nur 20 Prozent der ICE voll funktionsfähig.
Angeblich sind nur 20 Prozent der ICE voll funktionsfähig. ZB

Berlin - Der Deutschen Bahn AG fehlen aktuell rund 5800 Mitarbeiter im so genannten „betriebskritischen Bereich“. Damit ist Personal gemeint, das direkt für den Zugverkehr zuständig ist. Dies geht aus internen Dokumenten des Aufsichtsrats der Deutschen Bahn hervor, der am Donnerstag in Berlin zusammenkommt. Laut dem Papier, das dem ARD-Politikmagazin „Kontraste“ vorliegt, fehlt es dem Konzern unter anderem an Lokführern, Instandhaltungskräften und IT-Spezialisten.

Nur 20 Prozent der ICE-Züge fahren demnach voll funktionsfähig durch Deutschland. Grund dafür ist laut den Bahn-Dokumenten, dass die Züge verspätet in die Werkstätten kommen und daher oft nur Zeit für sicherheitsrelevante Reparaturen bleibt, berichtet „Kontraste“.

Auch Zugbegleiter bestätigen laut dem Medienbericht, dass Züge teilweise Wochen oder Monate mit denselben Mängeln unterwegs seien. „Ein System, das über Jahrzehnte auf Sparen getrimmt worden ist, kollabiert nun“, wird der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, zitiert.

Für Oktober hatte der DB Konzern den Pünktlichkeitswert im Fernverkehr mit nur 73 Prozent angegeben - geplant waren eigentlich 82 Prozent. Dieses Ziel soll das Unternehmen nun auf das Jahr 2025 verlegt haben.

Deutsche Bahn mit Fehlerbeseitigung in Zugflotte „nicht zufrieden“ 

Die Deutsche Bahn will Wartung und Instandhaltung ihrer Züge möglichst schnell verbessern. Dem Aufsichtsrat des Konzerns seien dazu „detaillierte und umfassende Vorschläge vorgelegt“ worden, teilte ein Sprecher am Donnerstag auf Anfrage mit. Die dem Bericht von „Kontraste“ zugrunde liegenden Unterlagen wollte der Sprecher nicht kommentieren.

Er fügte aber hinzu, ein Zug gehe schon dann als „nicht fehlerfrei“ in die Statistik ein, wenn eine Wagentür defekt sei oder eine Kaffeemaschine nicht funktioniere. Klar sei aber auch: „Mit dem aktuellen Stand der Fehlerbeseitigung in unserer Zugflotte sind wir selbst nicht zufrieden.“ Deshalb wolle man „kurzfristig zusätzliche Ressourcen für die Wartung und Instandhaltung der Züge aufbauen“. (red/dpa)