Investition

Automobilzulieferer aus China könnte in Halle oder Sandersdorf E-Auto-Werk bauen

Halle (Saale) - Ein chinesischer Automobilzulieferer beabsichtigt offenbar, in Deutschland ein Fahrzeugwerk für Elektroautos zu bauen. Nach MZ-Informationen ist die Beijing WKW Automotive Parts, die mit dem deutschen Unternehmen WKW verbunden ist, dazu auch in Gesprächen mit Kommunen aus ...

Von Steffen Höhne 08.04.2017, 10:00

Ein chinesischer Automobilzulieferer beabsichtigt offenbar, in Deutschland ein Fahrzeugwerk für Elektroautos zu bauen. Nach MZ-Informationen ist die Beijing WKW Automotive Parts, die mit dem deutschen Unternehmen WKW verbunden ist, dazu auch in Gesprächen mit Kommunen aus Sachsen-Anhalt.

Das Unternehmen sucht eine große Gewerbefläche von 150 bis 200 Hektar. Darauf soll ein Werk entstehen, in dem jährlich 30 000 E-Autos gebaut werden sollen. Rund 2 000 Arbeitsplätze und eine Investition von einer Milliarde Euro werden in Aussicht gestellt. Der Investor sucht auch in der Region Halle/Leipzig, weil er die Nähe zu den hier bereits vertretenen Autobauern Porsche und BMW sucht.

Neue Fabrik für Elektroautos: Chinesische Investoren führen Gespräche auch in Thüringen

Gespräche wurden bereits mit der Stadt Sandersdorf-Brehna geführt. Dabei ging es um Flächen gegenüber dem Solar Valley. Bisher steht dort eine große Halle des insolventen Glasverarbeiters Vetro Solar. Bürgermeister Andy Grabner sagte auf MZ-Anfrage, die Verhandlungen befänden sich in einem „frühen Stadium“. Er könne nicht mehr dazu sagen.

Verhandelt wird auch mit der Stadt Halle. Diese bietet Flächen im sogenannten „Star Park“ vor den Toren der Stadt an. Das Industriegelände war einst für die Ansiedlung von BMW geplant. Der Münchner Autobauer entschied sich 2001 aber für Leipzig. Auch in Thüringen sucht der Autozulieferer. Dort ist ein Gelände am Erfurter Kreuz, direkt an der A4, im Gespräch.

Neue E-Auto-Fabrik in Mitteldeutschland? Deutsche Firma im Hintergrund

Bisher ist auch für die angesprochenen Kommunen nicht klar, wie konkret und umsetzbar die Pläne sind. Beijing WKW Automotive Parts ist offenbar über ein Joint Venture mit der Walter Klein GmbH (WKW) aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) verbunden. Die WKW arbeitet in der Aluminium-, Stahl- und Kunststoffverarbeitung. Das Unternehmen besitzt mehrere Tochter-Firmen, darunter auch den Autozulieferer WKW Erbslöh Automotive. Auf MZ-Anfrage war die Firmenführung am Freitag nicht erreichbar.

WKW-Unternehmenschef Peter Kruft sitzt im Aufsichtsrat der Beijing WKW Automotive Parts. Die chinesische Firma produziert in einem Vorort von Peking unter anderem Kunststoff-Spritzgussteile und bearbeitet Aluminiumteile. (mz)