Bosch-Chef

3500 Arbeitsplätze durch EU-Klimaziele bedroht: Bosch-Chef

Stuttgart - Die deutsche Automobilbranche sieht sich durch die CO2-Vorgaben bedroht.

11.12.2019, 08:59
Bosch-Chef Volkmar Denner sieht durch die erweiterten CO2-Vorgaben zahlreiche Stellen in der Industrie bedroht.
Bosch-Chef Volkmar Denner sieht durch die erweiterten CO2-Vorgaben zahlreiche Stellen in der Industrie bedroht. GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Bosch-Chef Volkmar Denner sieht durch die geplanten verschärften CO2-Vorgaben der EU-Kommission zahlreiche Jobs in der Autobranche bedroht. „Derartig anspruchsvolle Grenzwerte bedeuten das Ende des klassischen Verbrennungsmotors mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Beschäftigung der betroffenen Unternehmen“, sagte Denner der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Mittwoch) mit Blick auf die Pläne der neuen EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen.

Mit den angedachten Plänen müsse man sich Gedanken über Strukturhilfen in den Autoregionen machen.

„Was wir können, ist Strukturwandel. Was wir nicht können, ist Strukturbruch“, sagte der Manager. Ein Veränderungsprozess brauche Zeit. „Wenn man ihn dagegen dogmatisch übers Knie bricht, wird die Industrie den Wandel nicht bewältigen können.“

Ziel ist, die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen

Denner forderte, sich die CO2-Bilanz der gesamten Prozesskette des Autos, also zum Beispiel auch der Herstellung, anzuschauen. „Dann hätte auch der optimierte Verbrenner wieder eine Chance, genau wie die Brennstoffzelle und synthetische Kraftstoffe.“

Von der Leyen stellt am Mittwoch ihren Plan für ein „klimaneutrales“ Europa bis 2050 vor, den sogenannten Green Deal.

Das Ziel ist, dass von 2050 an keine neuen Treibhausgase aus Europa in die Atmosphäre gelangen, um die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen. Dafür muss der größte Teil der Klimagase, die bei Verbrennung von Kohle, Öl oder Gas und in der Landwirtschaft entstehen, vermieden und der Rest gespeichert werden.

Es geht nun insgesamt bereits um rund 3500 Arbeitsplätze

Bosch hat in den vergangenen Wochen immer wieder neue Stellenabbaupläne für einzelne Standorte aus dem Automobilbereich angekündigt. Mit der jüngsten Ankündigung geht es nun insgesamt bereits um rund 3500 Arbeitsplätze. Laut Denner sind für diesen Mittwoch und Donnerstag Betriebsversammlungen angesetzt. (dpa)