1. MZ.de
  2. >
  3. Deutschland & Welt
  4. >
  5. Politik
  6. >
  7. Anschlag: Mindestens 31 Tote bei Selbstmordanschlag in Pakistan

Anschlag Mindestens 31 Tote bei Selbstmordanschlag in Pakistan

Am vergangenen Wochenende kam es in Pakistan zu schweren Kämpfen im Südwesten mit Dutzenden Toten. Nun ereignet sich nahe der Hauptstadt ein Anschlag.

Von dpa Aktualisiert: 06.02.2026, 14:17
Die Sorge vor einer noch höheren Opferzahl war angesichts der vielen Verwundeten hoch.
Die Sorge vor einer noch höheren Opferzahl war angesichts der vielen Verwundeten hoch. Anjum Naveed/AP/dpa

Islamabad - Bei einem Anschlag in Pakistan sind mindestens 31 Menschen getötet worden. Weitere rund 170 Menschen seien bei dem Attentat beim Freitagsgebet in einem Vorort der pakistanischen Hauptstadt Islamabad verletzt worden, sagte ein lokaler Behördenvertreter. Polizeiangaben nach handelte es sich um einen Selbstmordanschlag auf ein schiitisches Gemeindehaus. 

Der Selbstmordattentäter habe vor dem Gebäudekomplex zunächst das Feuer auf Sicherheitskräfte eröffnet, erklärte ein Polizeisprecher unter Berufung auf Augenzeugen. In dem Gemeindehaus habe der Attentäter dann einen Sprengstoffgürtel gezündet. Trotz der großen Gewalt in Pakistans Grenzregionen gelten Anschläge in den Metropolen als selten.

Videos in den sozialen Medien zeigten Tote und Verletzte am Boden. Einige saßen reglos da. Viele hatten Blutspuren auf Kleidung und im Gesicht, menschliche Gliedmaßen lagen verstreut. „Wir hatten gerade mit dem Gebet begonnen, als das Geräusch von Schüssen Panik in der Moschee auslöste“, sagte ein Überlebender dem Fernsehsender ARY News. „Ich rannte hinaus und begann zu weinen.“

Sorge vor noch höheren Opferzahlen

Die Sorge vor einer noch höheren Opferzahl war angesichts der vielen Verletzten hoch. Viele befänden sich in einem lebensbedrohlichen Zustand, teilte ein Sprecher der Rettungskräfte mit. Rettungswagen eilten zum Anschlagsort. In einer Klinik in Islamabad wurde der Notstand ausgerufen, wie die pakistanische Zeitung „Dawn“ berichtete. Premierminister Shehbaz Sharif verurteilte den Anschlag und wies die Behörden zur raschen Hilfe an.

Der Anschlag wecke Erinnerungen an die blutigen und von Unruhen geprägten Jahre in Pakistan zwischen 2007 und 2014, schrieb der Südasien-Experte Michael Kugelman auf der Plattform X. „Erneut hat der Terror Islamabad auf eine Weise heimgesucht, wie es seit Jahren nicht mehr vorgekommen ist. Größere Anschläge auf Schiiten, wie die heutige schreckliche Explosion, waren bisher selten“, schrieb er.

Wieder vermehrt Anschläge in Pakistan

In den vergangenen Jahren kam es in der Atommacht Pakistan wieder vermehrt zu Gewalt und Anschlägen. Am vergangenen Wochenende kamen bei Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und mutmaßlichen Terroristen an verschiedenen Orten in der Unruheprovinz Baluchistan Dutzende Menschen ums Leben. In anderen Landesteilen verübte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Anschläge gegen Schiiten, die sie als Abtrünnige des Islams betrachten.

Schiitische Muslime stellen etwa 20 Prozent der fast 250 Millionen Einwohner des südasiatischen Landes dar.