Europäische Union

Europäische Union: Rocco Buttiglione verzichtet auf den Job in Brüssel

Rom/dpa. - «Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte, die Werte, an dieich glaube, zu vertreten und auch, für sie zu leiden», fügteButtiglione hinzu. Der streng katholische Politiker war mitÄußerungen über Homosexualität und die Rolle der Frau auf heftigenWiderspruch im Europaparlament gestoßen. Aus Furcht vor einerAbstimmungsniederlage im EU-Parlament hatte der designierte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Mittwoch seinen Vorschlagfür die Besetzung der Kommission in letzter Minute ...

Europäische Staatschefs auf dem Balkon der aus der Renaissance stammenden Konservatorenpalastes auf dem berühmten Kapitolshügel in Rom. (Foto: dpa)
Europäische Staatschefs auf dem Balkon der aus der Renaissance stammenden Konservatorenpalastes auf dem berühmten Kapitolshügel in Rom. (Foto: dpa) ANSA

«Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte, die Werte, an dieich glaube, zu vertreten und auch, für sie zu leiden», fügteButtiglione hinzu. Der streng katholische Politiker war mitÄußerungen über Homosexualität und die Rolle der Frau auf heftigenWiderspruch im Europaparlament gestoßen. Aus Furcht vor einerAbstimmungsniederlage im EU-Parlament hatte der designierte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Mittwoch seinen Vorschlagfür die Besetzung der Kommission in letzter Minute zurückgezogen.

Bereits am späten Freitagabend hatte Ministerpräsident SilvioBerlusconi angekündigt, dass er einen anderen Minister für einenPosten in Brüssel vorschlagen wolle und Buttiglione weiter Ministerin Italien bleiben solle. Im Gespräch ist vor allem der derzeitigeAußenminister Franco Frattini. Seinen Ministerposten könnteMedienberichten zufolge Vize-Ministerpräsident Gianfranco Finiübernehmen. Buttiglione ist derzeit Minister für Europa-Angelegenheiten, könnte Medienberichten zufolge aber künftig einanderes Ressort übernehmen.

Der Christdemokrat dankte sowohl Berlusconi als auch Barroso fürihre Unterstützung. Er sei entgegen verschiedenen Medienberichten biszuletzt von keinem der beiden Politiker aufgefordert worden, auf seinAmt zu verzichten. Stattdessen habe er selbst bereits am vergangenenDienstag, einen Tag vor der geplanten Abstimmung im Europaparlament,seinen Rücktritt vorbereitet. Jedoch habe ihn der Vorsitzende derkonservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, Hans-Gert Pöttering,aufgefordert, an seiner Kandidatur festzuhalten.

Barroso hatte am Freitag nach der Unterzeichnung der europäischenVerfassung in Rom angekündigt, sich nach seinem Scheitern imEuropaparlament noch Zeit für neue Personalvorschläge nehmen zuwollen. Er wolle eine Kommission vorstellen, die «starkeUnterstützung und das volle Vertrauen des Parlaments hat». Dabeiwolle er «punktuelle Änderungen» an seinen bisherigen Vorschlägenvornehmen.

Ein italienischer Polizist sucht mit einem Spezialgerät in einem U-Bahn-Tunnel nach möglichen Sprengsätzen. (Foto: dpa)
Ein italienischer Polizist sucht mit einem Spezialgerät in einem U-Bahn-Tunnel nach möglichen Sprengsätzen. (Foto: dpa)
ANSA/epa