Contergan-Skandal

Contergan-Skandal: Auch in der DDR gab es Kinder mit Missbildungen

Dresden/Gera/ddp. - Das bestätigtedie Vorsitzende des Bundesverbandes der Contergan-Geschädigten,Margit Hudelmaier, der «Sächsischen Zeitung» (Freitagausgabe).

09.11.2007, 09:42
Dunkle Wolken über dem Hauptgebäude der Firma Grünenthal. Das Schlafmittel Contergan hat in den 60erJahren auch in der DDR in mindestens acht Fällen zu schwerenMissbildungen an den Gliedmaßen Neugeborener geführt. (Foto: dpa)
Dunkle Wolken über dem Hauptgebäude der Firma Grünenthal. Das Schlafmittel Contergan hat in den 60erJahren auch in der DDR in mindestens acht Fällen zu schwerenMissbildungen an den Gliedmaßen Neugeborener geführt. (Foto: dpa) dpa

Das bestätigtedie Vorsitzende des Bundesverbandes der Contergan-Geschädigten,Margit Hudelmaier, der «Sächsischen Zeitung» (Freitagausgabe).

«Sie leben in Gera, Plauen, Dresden und einigen anderen Regionen»,sagte sie. Die Betroffenen wünschten aber keine Öffentlichkeit. DieSituation sei für diese Contergan-Opfer emotional noch schwierigergewesen als im Westen, da dieses Thema in der DDR «sehr restriktiv»behandelt worden sei.

In Deutschland leben laut Hudelmaier noch 2600Contergan-Geschädigte der einst 5000 Opfer. Weltweit kamen 10 000Kinder zum Teil schwer fehlgebildet zur Welt.

Das Schlafmittel mit dem Wirkstoff Thalidomid war am 1. Oktober1957 vom Aachener Familienunternehmen Grünenthal auf den Marktgebracht worden. Es versprach werdenden Müttern eine ruhige Nacht.Ende 1961 nahm die Firma das Mittel vom Markt. In eine 1972gegründete Stiftung zahlte sie 110 Millionen DM. Hudelmaier beklagtin der Zeitung, dass dieser Fonds seit 1997 aufgebraucht ist und nunder Steuerzahler für die ohnehin spärlichen Renten der Opfer alleinaufkommen müsse.