Verteidigung

Bundeswehr-General sieht größte Gefahr an Nato-Nordostflanke

Russische Drohgebärden im Streit um den Transitverkehr in die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sorgen für Beunruhigung. Generalleutnant Bernd Schütt warnt vor einer Eskalation an der Nato-Nordostflanke.

Von dpa Aktualisiert: 27.06.2022, 04:53
Generalleutnant Bernd Schütt ist der neue Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr.
Generalleutnant Bernd Schütt ist der neue Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr. Carsten Hoffmann/dpa

Schwielowsee - Der neue Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Bernd Schütt, sieht die größte Gefahr für eine militärische Eskalation mit Russland an der Nordostflanke der Nato.

„Und deswegen ist der Punkt der glaubwürdigen Abschreckung in dieser Region für mich ein ganz zentraler Punkt. Hier spielt die Präsenz von Landstreitkräfte eine zentrale Rolle“, sagte der Generalleutnant der Deutschen Presse-Agentur. Verstärkte Übungen für die Landes- und Bündnisverteidigung werde es auch in seinem Kommando geben. Schütt: „Diese Art von intensiver Kriegsführung haben wir hier so noch nicht trainiert. Da bedarf es einer Anpassung bestehender Strukturen und Verfahren.“

Das Einsatzführungskommando in Schwielowsee bei Potsdam führt die Kontingente der Bundeswehr im Auslandseinsatz in nationalen Belangen - wie bei Material, Personal und im Disziplinarwesen - nicht aber operativ. Bei Einsätzen wie in Litauen - wo die Bundeswehr einen multinationalen Gefechtsverband der Nato (eFP) führt - sind die deutschen Soldaten auch in die Verteidigungsplanungen des jeweiligen Landes eingebunden. Nach konkreter gewordenen russischen Drohgebärden im Streit um den Transitverkehr in die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sind Befürchtungen im Baltikum zuletzt gewachsen.