Extreme Inzidenzen

Warum die Corona-Zahlen bei Kindern so hoch sind

Immer mehr Corona-Fälle werden erkannt, die Inzidenz steigt rasant. Doch bei einer Gruppe sind die Zahlen derzeit besonders hoch: Kinder. Warum die Corona-Zahlen vor allem bei Minderjährigen so extrem sind.

23.11.2021, 13:41
Kinder erkranken in der Regel weniger heftig an Corona.
Kinder erkranken in der Regel weniger heftig an Corona. Foto: dpa

Halle (Saale)/DUR – Die vierte Corona-Welle rollt durch Deutschland und überall steigen die Fallzahlen rapide. In Sachsen-Anhalt nähert sich die 7-Tage-Inzidenz langsam der Marke von 600. Der erste Landkreis hat die 1000 bereits überschritten.

Besonders in einer Altersgruppe sind die Fallzahlen extrem hoch: bei Kindern. Bundesweit nennt das RKI derzeit eine Inzidenz von 718 für die 10- bis 14-Jährigen. Dabei gibt es mehrere Gründe, warum ausgerechnet Kinder so stark betroffen sind.

Regelmäßige Tests klären das "Dunkelfeld" bei Corona auf

Wohl keine gesellschaftliche Gruppe wird derzeit so engmaschig kontrolliert wie Schüler. Inzwischen werden Schüler in Sachsen-Anhalt drei Mal pro Woche per Schnelltest kontrolliert. Wer den Test verweigert, muss zu Hause bleiben. Dadurch werden aus asymtomatische Fälle viel schneller entdeckt als zum Beispiel bei Erwachsenen, die bisher nicht regelmäßig getestet werden mussten.

Eingeschränkt gilt die Testpflicht auch für Kindergärten. Auch Kita-Kinder erhalten zwei Tests pro Woche. Im Gegensatz zu Schulen steht es Eltern hier jedoch frei, diese auch zu nutzen. Daher ist bei den Kleinkindern das Dunkelfeld wieder größer.

Enge Kontakte in Schule und Klassenzimmer begünstigen Corona

Schüler verbringen täglich mehrere Stunden gemeinsam in teils engen Klassenzimmern, das erhöht die Gefahr von Ansteckungen. Zudem müssen viele Schulen weiter aufs Lüften setzen – Luftfilter in Klassenzimmern sind weiter Mangelware.

Allerdings betonen Experten, dass der Kontakt in der Schule kein Infektionstreiber sei. Viele Schüler würden sich eher im häuslichen Umfeld anstecken.

Fehlende Impfungen bei Kindern gegen Corona

Wie Ministerpräsident Reiner Haseloff betont, ist die Impfquote bei Minderjährigen in Sachsen-Anhalt noch immer unterdurchschnittlich. Zwar können 12- 17-Jährige inzwischen gegen Corona geimpft werden, das haben bisher aber zu wenige Eltern genutzt, auch weil die Impf-Empfehlung der Stiko erst spät kam.

Zwar können sich auch geimpfte Menschen anstecken und das Virus übertragen, jedoch in deutlich geringerem Umfang. Viele ungeimpfte Jugendliche bedeuten damit auch, dass sich das Virus schneller ausbreiten kann.

Für Kinder unter zwölf Jahre gibt es weiterhin keine zugelassene Corona-Impfung.