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Türkische Gemeinde in Deutschland feiert 25-jähriges Bestehen

Mit einem Blick auf ihre schwierigen Anfänge hat die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) ihren 25-jährigen Geburtstag gefeiert. Der Dachverband war 1995 gegründet worden - auch als Reaktion auf ausländerfeindliche Ausschreitungen und rassistische Morde wie in Mölln und Solingen. Aufgrund der Corona-Pandemie war die ursprünglich für 2020 geplante Feierstunde verschoben worden.

05.10.2021, 14:23
Die Türkische Gemeinde in Deutschland feiert ihr 25. Jubiläum.
Die Türkische Gemeinde in Deutschland feiert ihr 25. Jubiläum. Foto: picture alliance/dpa/Christian Charisius

Berlin/dpa - "Integration" sei damals eines der Hauptanliegen gewesen, sagte der ehemalige Bundesvorsitzende und spätere Abgeordnete Hakki Keskin am Dienstag in Berlin. Eine wichtige Rolle spielten Elternvereine, die sich um bessere Bildungschancen für die Kinder von Arbeitsmigranten aus der Türkei kümmern. In den vergangenen Jahren hatte es nicht nur in der TGD Kritik an dem Begriff gegeben, da vor allem konservative Politiker Integration oft als Bringschuld von Zuwanderern definieren. Inzwischen ist der Begriff für die TGD nicht mehr zentral. Der Verband spricht heute von gesellschaftlicher "Teilhabe".

Bis heute gelte der 1995 beschlossene Grundsatz der TGD, dass man sich nicht in parteipolitische Geschehnisse in der Türkei einmische, betonte der TGD-Bundesvorsitzende Atila Karabörklü. Es sei generell nicht immer leicht, die Interessen aller Türkeistämmigen unter einen Hut zu bekommen. In Deutschland leben Anhänger und erbitterte Gegner des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Am 30. Oktober 1961 hatte Deutschland mit der Türkei ein Abkommen zur Anwerbung von Arbeitern abgeschlossen, so wie zuvor bereits mit Italien, Griechenland und Spanien. Ursprünglich sollte keiner der aus der Türkei angeworbenen Arbeiter länger als zwei Jahre bleiben. Deshalb gab es zunächst auch keine Möglichkeit, die Familie mitzubringen. Auf Druck der Wirtschaft, die ihre bereits angelernten Kräfte nicht alle zwei Jahre durch Neuankömmlinge ersetzen wollte, wurde das sogenannte Rotationsprinzip später aufgegeben und der Familiennachzug gestattet. Mit mehreren Veranstaltungen und Ausstellungen wird in diesem Herbst an den 60. Jahrestag des Abkommens erinnert.