LuftverkehrTriebwerkswartung N3 baut Standort in Arnstadt aus

Bisher wurden bei N3 in Arnstadt ausschließlich Triebwerke der Flugzeuge von Airbus gewartet. Nun kommt Boeing dazu. Das hat positive Auswirkungen auf den Thüringer Standort des Unternehmens.

Von dpa Aktualisiert: 09.12.2022, 21:35

Arnstadt - Ihren Standort für Triebwerkswartung bei Arnstadt will die N3 Engine Overhaul Services GmbH ausbauen. Es werde auch das Personal weiter aufgestockt, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Arnstadt mit. Grund sei, dass das Luftfahrt-Bundesamt N3 die Betriebserlaubnis auch für die Wartung der Antriebe für Flugzeuge vom Typ Boeing 787 erteilt habe. Es handele sich dabei um Triebwerke von Rolls-Royce.

N3 ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Lufthansa Technik AG und der Rolls-Royce plc., das seit 15 Jahren in Thüringen besteht. Nach dem Betriebsjubiläum in diesem Jahr stehe 2023 die Erweiterung des Standorts an, erklärte das Unternehmen. Langfristig würden mehr als 1000 Beschäftigte am Standort in Thüringens größtem Gewerbegebiet „Erfurter Kreuz“ bei Arnstadt angepeilt. Derzeit seien es 800 Beschäftigte inklusive 28 Auszubildende. In diesem Jahr habe es bereits mehr als 100 Neueinstellungen gegeben.

Die Kapazität von derzeit 160 Motoren pro Jahr solle in den kommenden Jahren auf mindestens 250 Triebwerke jährlich erhöht werden. Geplant sei eine Erweiterung der Werkshalle und der Bau eines Logistikzentrums auf dem Firmengelände. Der Baustart werde voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2023 sein.

Erteilt worden sei die Genehmigung als Instandhaltungsbetrieb auch für Großtriebwerke vom Typ Rolls-Royce Trent 1000 TEN. Damit könnten bei N3 nun fünf verschiedene Motortypen für Flugzeuge gewartet werden.

N3 Geschäftsführer Carsten Behrens sagte: „Mit der Betriebsgenehmigung für den Rolls-Royce Trent 1000 TEN Motor sichern wir unsere Zukunft, indem wir unsere Kapazitäten erweitern und erhöhen.“ Der neue Triebwerkstyp sei gleichzeitig auch der Eintritt in die Boeing-Welt für N3. Bisher habe das Unternehmen ausschließlich die Trent-Triebwerke in Flugzeugen von Airbus betreut.

N3 war 2007 am Erfurter Kreuz gestartet - schrittweise wurde das Programm erweitert. In den 15 Jahren seien mehr als 1400 Triebwerke überholt worden. Einschränkungen mit Kurzarbeit gab es während der Corona-Krise.