Schluss mit der Inzidenz?

Streit um künftige Corona-Werte: Krankenhausgesellschaft nimmt RKI in die Pflicht

Ab wann sollten strengere Corona-Regeln gelten - die Debatte darüber läuft längst.
Ab wann sollten strengere Corona-Regeln gelten - die Debatte darüber läuft längst. (Foto: imago images/Rüdiger Wölk)

Halle (Saale)/MZ - In der Diskussion um künftige Corona-Kennzahlen hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) das Robert-Koch-Institut (RKI) in die Pflicht genommen. „Wir vermissen einen klaren Vorschlag. Dieser Hinweis geht ganz klar ans RKI“, sagte Präsident Gerald Gaß gegenüber MDR Aktuell.

Bereits seit Wochen wird darüber diskutiert, wie Deutschland künftig definieren will, ab wann strengere Corona-Regeln nötig sind. Bisher ist dafür allein die 7-Tage-Inzidenz ausschlaggebend. Sie zeigt an, wie viele Infektionen in der vergangenen Woche erkannt wurden. Aufgrund der zumindest langsam steigenden Impfquote sind aber viele Experten der Ansicht, dass die Inzidenz nicht mehr allein gültig sein sollte. Denn Geimpfte können zwar infiziert sein, sind aber deutlich besser vor einem schweren Verlauf geschützt.

Ab wann gelten stregenre Corona-Regeln - Experten fordern Kombination der Zahlen

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert daher eine Matrix aus verschiedenen Daten. Und die kämen alle beim RKI zusammen. „Sie werden dort gesammelt, aber bisher nicht strukturiert ausgewertet und veröffentlicht.“ Daran müsse jetzt unbedingt gearbeitet werden. Wenn die Inzidenzen wieder deutlich stiegen, sei es „zu spät, sich über ein solches Modell vernünftig Gedanken zu machen“, sagte Gaß.

Die Krankenhausgesellschaft hat bereits ein Konzept vorlegt, in dem die Inzidenz nur einer von insgesamt zwölf Indikatoren ist. So soll zum Beispiel nach Altersstufen differenziert sowie die Anzahl und Trefferquoten der Tests berücksichtigt werden.