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KirchwMarktkirche in Hannover will umstrittenes Fenster einbauen

Von dpa Aktualisiert: 29.11.2022, 22:17

Hannover - Das umstrittene Kirchenfenster des Künstlers Markus Lüpertz soll im kommenden Sommer in der Marktkirche Hannover eingebaut werden. „Wir möchten, dass es am Reformationstag 2023 eingeweiht wird“, sagte Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Montag). Die Entscheidung des Kirchenvorstandes wurde demnach bei einer nicht öffentlichen Gemeindeversammlung bekannt gegeben. Aus der Gemeinde sei aber auch Kritik an der Entscheidung laut geworden, hieß es.

Um das Fenster gibt es seit Jahren viele Querelen. Im vergangenen Jahr hatte das Oberlandesgericht Celle schließlich entschieden, dass die Gemeinde das Fenster einbauen darf. Nach Beginn des Ukraine-Krieges nahm der Kirchenvorstand an der Haltung von Altbundeskanzler Gerhard Schröder zu Russland Anstoß - der SPD-Politiker hatte durch die Vermittlung von Spenden maßgeblich zur Finanzierung des 150.000 Euro teuren Kunstwerks beigetragen.

Stattdessen wurde ein Großteil der von Schröder eingeworbenen Spenden umgeleitet und kam Menschen aus der Ukraine zu Gute. Unter anderem werden mit dem Geld eine Essensausgabe für Flüchtlinge und Sprachkurse finanziert. „Es war uns wichtig, die Finanzierung des Fensters vom Bundeskanzler a.D. zu lösen“, sagte Müller-Brandes der Zeitung. Nun stehe die Gemeinde vor der Herausforderung, erneut Spenden für die Finanzierung des Fensters einzuwerben. Einige Personen hätten bereits signalisiert, namhafte Beträge zur Verfügung zu stellen. Die Gemeinde müsse nun rund 135.000 Euro beschaffen.

„Ich bin froh, wenn es kommt - obwohl ich angesichts all der Querelen vergnatzt bin“, sagte Künstler Markus Lüpertz der Zeitung. Er sehe noch Gesprächsbedarf. Er erwarte, dass der Kirchenvorstand ihn anspreche, sagte der 81 Jahre alte Künstler. Zur Höhe etwaiger Forderungen an die Gemeinde wolle er sich nicht öffentlich äußern.