Landeskriminalamt

Drohbriefe gegen Moscheen: Keine Spur von Tätern

Von dpa Aktualisiert: 29.09.2022, 11:05

Hannover - Zwei Moscheegemeinden und eine evangelische Gemeinde in Niedersachsen haben in den vergangenen Monaten rechtsextreme Drohbriefe mit dem Absender „NSU 2.0“ erhalten. Hinweise auf die Täter gebe es bislang nicht, teilte ein Sprecher des Landeskriminalamtes Niedersachsen (LKA) am Dienstag in Hannover mit. Betroffen seien eine Moscheegemeinde in Bramsche (Landkreis Osnabrück) und eine in Barnstorf (Landkreis Diepholz) sowie eine evangelisch-lutherische Gemeinde in Osnabrück. Das letzte Drohschreiben war laut LKA im August eingegangen, die anderen im April und Juni.

„Wir legen euch Türken alle um“, heißt es unter anderem in dem Drohbrief. Auch ein Hakenkreuz befindet sich in dem Schreiben. Die Moscheegemeinde in Barnstorf hat bereits zwei Drohbriefe erhalten, auch wurden in der Moschee im April Fenster eingeschlagen, bestätigte das LKA. Die Polizei hat Strafverfahren unter anderem wegen Volksverhetzung, Bedrohung, Verleumdung sowie verhetzender Beleidigung eingeleitet. Zum weiteren Stand der Ermittlungen machte die Behörde keine Angaben, da es sich um laufende Verfahren handelt.

Mit der Unterschrift „NSU 2.0“ werden seit 2018 wiederholt Drohschreiben im gesamten Bundesgebiet verschickt, teilte das LKA mit. Betroffen seien neben Personen des öffentlichen Lebens und Politikern auch Polizeibeamte, Rechtsanwälte und Institutionen. Die Absender stellen mit diesem Kürzel einen Bezug zur rechtsextremen Terrorgruppe NSU („Nationalsozialistischer Untergrund“) her, die insgesamt zehn Menschen, darunter neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft sowie eine deutsche Polizistin, ermordet hat. Weil er zwischen August 2018 und März 2021 über 100 selbst verfasste „NSU 2.0“-Drohschreiben verschickt haben soll, steht derzeit der Berliner Alexander M. vor dem Frankfurter Landgericht.