Widerstand gegen „Ostsee-Autobahn“

A14-Gegner erzwingen Sperrung von Elbbrücke Wittenberge

In der Altmark gibt es Widerstand gegen die „Ostsee-Autobahn“ 14. Gegner sagen, die A14 zerstöre Natur und zerschneide Landschaften. Eine Demo findet Anklang, eine wichtige Brücke wird dafür gesperrt.

Von dpa
Ein Bauarbeiter fotografiert vor dem Ersten Spatenstich zu Baubeginn der neuen Elbebrücke im Verlauf der künftigen Bundesautobahn 14 im Abschnitt Seehausen-Nord und Wittenberge einen Spaten.
Ein Bauarbeiter fotografiert vor dem Ersten Spatenstich zu Baubeginn der neuen Elbebrücke im Verlauf der künftigen Bundesautobahn 14 im Abschnitt Seehausen-Nord und Wittenberge einen Spaten. picture alliance/dpa/archiv

Wittenberge - Mit dem Fahrrad, dem Boot oder zu Fuß: An der Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt hat eine Demonstration von mehreren Hundert Autobahngegnern am Samstag die Geduld der Autofahrer auf die Probe gestellt. Die Polizei sperrte die Elbbrücke der B189 bei Wittenberge gegen 14.00 Uhr für den Verkehr und will sie nach eigenen Angaben erst wieder freigeben, wenn sich die Lage vor Ort entspannt habe. Laut Plan sei das um 22.00 Uhr, sagte Dörte Röhrs, Sprecherin der Brandenburger Polizeidirektion Nord am Samstagvormittag. Angemeldet sei die Veranstaltung von 15.00 bis 18.30 Uhr, man habe aber einen „zeitlichen Puffer“ eingeplant. Sobald die Brücke geräumt sei, könne der Verkehr wieder rollen, sagte sie.

Laut Zoltán Schäfer, Sprecher Grüne Jugend Altmark und Mitglied der beteiligten Aktionsgruppe „Keine A14!“, sei mit rund 500 Teilnehmern zu rechnen. „Wir haben deutschlandweit mobilisiert“, sagte er. Die Demonstration richtet sich gegen den Bau der A14-Nordverlängerung und den damit verbundenen Bau einer neuen Elbüberquerung bei Wittenberge. Für Autofahrer unterwegs in Richtung Norden bedeutet die Brückensperrung am Samstag das Fahren langer Umwege. Die Polizei und der Landkreis Stendal empfahlen bereits am Freitag, den Bereich um die Elbbrücke weiträumig zu umfahren.

Die verkehrstechnisch wichtige Brücke ist nach Angaben des Bündnisses „Verkehrswende Elbe-Altmark“ der Schlusspunkt dreier Fahrradkorsos von Seehausen (Sachsen-Anhalt), Perleberg (Brandenburg) und Schnackenburg (Niedersachsen). Neben den Radlern seien Demonstranten mit Booten auf der Elbe unterwegs oder würden zu Fuß kommen, etwa von Wittenberge aus. „Wenn alle auf der Brücke angekommen sind, starten wir mit einer Kundgebung“, sagte Schäfer. Um 18.30 Uhr wolle man auf den nahen Deich umziehen, um die Brücke wieder befahrbar zu machen.

Die Demonstration auf und an der Elbbrücke Wittenberge ist Teil eines bundesweiten dezentralen Aktionstages für eine Mobilitätswende. Die A14-Nordverlängerung zwischen den Autobahnkreuzen Magdeburg und Schwerin umfasst 155 Kilometer. Derzeit wird mit Gesamtbaukosten in Höhe von 1,7 Milliarden Euro gerechnet. Die 26 Kilometer in Mecklenburg-Vorpommern und die Hälfte der 32 Kilometer in Brandenburg sind bereits fertig. In Sachsen-Anhalt rollt auf knapp 15 von 97 Kilometern der Verkehr. Gegen die Planungen für zwei Abschnitte liegen Klagen vor. Die anderen Abschnitte in Sachsen-Anhalt sind im Bau oder es besteht bestandskräftiges Baurecht.