Nach Lauterbach-Warnung

Corona-"Killervariante" im Herbst? Das sagt Virologe Kekulé aus Halle

Die Warnung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte für Aufregung gesorgt. Der Politiker hatte über Ostern vor einer „Killervariante“ des Corona-Virus gewarnt, die im Herbst drohe. Nun äußert sich auch Virologe Alexander Kekulé von der Universitätsmedizin Halle dazu.

20.04.2022, 13:05
Virologe Alexander Kekulé sieht Karl Lauterbachs Aussagen zu einer Crona-Killervariante skeptisch.
Virologe Alexander Kekulé sieht Karl Lauterbachs Aussagen zu einer Crona-Killervariante skeptisch. Foto: dpa/Felix Hörhager

Halle (Saale)/DUR/slo – Mit seiner Warnung vor einer „Killervariante“ des Coronavirus hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach über Ostern für jede Menge Diskussionen gesorgt. Lauterbach sprach davon, dass im Herbst eine Variante drohe, die so gefährlich wie Delta, aber so ansteckend, wie Omikron sei.

Virologe Alexander Kekulé sieht das jedoch anders: „Es ist einfach nicht sehr wahrscheinlich, dass diese absolute Killervariante kommt“, so der Professor der Universitätsmedizin Halle in seinem MDR-Podcast. Die Entwicklung von Sars-Cov 2 verlaufe „lehrbuchmäßig“.

Das bedeute, dass das Virus zwar immer ansteckender werde. Gelichzeitig nehme aber die krankmachende Wirkung ab, auch da dank Impfungen und überstandener Infektionen die Immunität steige. Eine "delta-ähnliche Variante" sei durchaus noch einmal möglich. „Das ist dann aber noch lange nicht die absolute Killervariante“, ist sich Kekule sicher.

Im MDR-Gespräch kritisierte Kekule zudem Lauterbachs Äußerung. In letzter Zeit trage Lauterbach sehr oft "Worst-Case-Szenarien" vor, so der Virologe. Das könne dazu führen, dass irgendwann keiner mehr diese Warnungen glaube.