Oper

Berlin vor neuem Wagner-„Ring“: Thielemann am Pult

Von dpa Aktualisiert: 02.10.2022, 01:36
Hell erleuchtet ist der Eingangsbereich der Staatsoper unter den Linden.
Hell erleuchtet ist der Eingangsbereich der Staatsoper unter den Linden. Paul Zinken/dpa

Berlin - Mit der Neuinszenierung von Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ an der Berliner Staatsoper Unter den Linden steht die Opernsaison vor einem ihrer Höhepunkte. Nach Jahren der Vorbereitung bringt das Haus von Sonntag (18.00 Uhr) an alle vier Premieren von „Rheingold“, „Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ innerhalb einer Woche auf die Bühne. Jenseits von Bayreuth wird diese Mammutarbeit - das Werk umfasst rund 16 Stunden - meist auf mehrere Spielzeiten aufgeteilt.

Der neue „Ring“ war auch gedacht als symbolisches Geburtstagsgeschenk für Daniel Barenboim, der im November 80 Jahre alt wird. Allerdings muss der Generalmusikdirektor der Staatsoper krankheitsbedingt das Pult frei machen. Der Dirigent Christian Thielemann, künstlerisch an der Seite Barenboims groß geworden, sprang kurzfristig ein. Der 63-Jährige gilt auch als potenzieller Nachfolgekandidat, wenn Barenboims Vertrag 2027 ausläuft.

Die kompakte Präsentation ist auch dem Konzept des russischen Regisseurs Dmitri Tcherniakov geschuldet, der die Geschichte um Götter, Riesen, Zwerge, Menschen und den Untergang der Welt als Ganzes durcherzählt. Der 52 Jahre alte Tcherniakov, für seine Inszenierungen von Bayreuth über München, Paris oder New York bis Moskau gefeiert, hat mit Barenboim bereits etwa „Parsifal“ oder „Tristan und Isolde“ realisiert.