Absurd

Detlef Klatt Ersatzschiedsrichter AfD streitet über Facebook-Post zum Tod eines Journalisten im Hambacher Forst

Zwickau - Mitte September ist bei der Berichterstattung zur Räumung des Hambacher Forsts ein Journalist gestorben. Der Mann war aus 15 Metern Höhe von einer Hängebrücke gestürzt.

05.11.2018, 10:11

Mitte September ist bei der Berichterstattung zur Räumung des Hambacher Forsts ein Journalist gestorben. Der Mann war aus 15 Metern Höhe von einer Hängebrücke gestürzt.

Jetzt ist ein Streit zwischen dem Ersatzschiedsrichter im sächsischen Landesschiedsgericht der AfD, Detlef Klatt, und Wolfgang Wetzel von den Grünen in Sachsen um einen Facebook-Post zum Tod des Journalisten entbrannt.

Detlef Klatt (AfD) und Wolfgang Wetzel (Grüne) streiten über Facebook-Post

„Schön, eine Dumpfbacke weniger bei den Lügenmedien“, kommentierte Detlef Klatt (AfD) am 19. September seinen Post zu der traurigen Nachricht auf dem russischen Facebook-Pendant vk.com.

Wolfgang Wetzel (Die Grünen) teilte einen Screenshot dieses Posts in seinem Facebook-Profil mit dem Hinweis, dass die hessische AfD ihre Bürgerlichkeit betone, er die hessische Partei nicht kenne, aber sehr wohl die Bürgerlichkeit der Partei vor Ort beobachte.

Wolfgang Wetzel will keine politische Macht für AfD

„Die Grünen möchten nicht, dass in Sachsen Menschen politische Macht ergreifen, die sich über den Tod anderer Menschen freuen", betont er mit Bezug auf den Post seines politischen Konkurrenten.

Klatt, dessen Frau bis vor kurzem noch Zwickauer AfD-Kreisvorsitzende war, wehrt sich nun gegen die Vorwürfe. Er hat Wolfgang Wetzel nach dessen Aussage wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung abgemahnt, er habe private Fotos veröffentlicht und Urheberrechte verletzt.

Detlef Klatt fordert Schadenersatz und Löschung des Posts bei Facebook

Klatt fordert 1.000 Euro Schadenersatz und eine Unterlassungserklärung - der Post soll gelöscht werden. Wetzel hingegen möchte sich nicht einschüchtern lassen.

„Ich kann gar keine Privatfotos von Herrn Klatt veröffentlichen - denn woher sollte ich denn solche haben?" Schließlich habe Klatt selbst die Fotos bereits veröffentlicht, Klatt sei durch seine Position im Landesvorstand der AfD eine Person der Zeitgeschichte. 

Wetzel kündigt daher an, den Post weder zu löschen noch Schadenersatz zu zahlen. Wenn es nicht anders gehe, müsse das ein Gericht entscheiden. (mz)