Corona

Corona in Sachsen: MP Kretschmer setzt auf „ganz klare, autoritäre Maßnahmen des Staates“

Aue - Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht in dem am Montag beginnenden Lockdown in Sachsen die einzige Möglichkeit, die medizinische Versorgung im Land zu gewährleisten. Angesichts der Situation in den Kliniken brauche es nun „ganz klare, autoritäre Maßnahmen des Staates“, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Aue nach einem Besuch der Helios Klinik. Dort etwa seien inzwischen alle Intensivbetten belegt. Das gesellschaftliche Leben im Freistaat müsse zur Ruhe kommen, betonte Kretschmer. Nur so werde man es schaffen, den Zulauf in die Krankenhäuser zu ...

12.12.2020, 07:25
Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, sitzt in einer Pressekonferenz im Helios Klinikum Aue.
Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, sitzt in einer Pressekonferenz im Helios Klinikum Aue. dpa-Zentralbild

Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht in dem am Montag beginnenden Lockdown in Sachsen die einzige Möglichkeit, die medizinische Versorgung im Land zu gewährleisten. Angesichts der Situation in den Kliniken brauche es nun „ganz klare, autoritäre Maßnahmen des Staates“, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Aue nach einem Besuch der Helios Klinik. Dort etwa seien inzwischen alle Intensivbetten belegt. Das gesellschaftliche Leben im Freistaat müsse zur Ruhe kommen, betonte Kretschmer. Nur so werde man es schaffen, den Zulauf in die Krankenhäuser zu verringern.

Neue Corona-Schutzverordnung: „Diese Maßnahmen müssen jetzt greifen“

Ab Montag soll es einen Lockdown im Freistaat geben - Kitas und Schulen werden dann geschlossen, ebenso viele Läden im Einzelhandel. Am Freitagabend will das Kabinett die genauen Regeln mit der neuen Corona-Schutzverordnung beschließen. „Diese Maßnahmen müssen jetzt greifen“, unterstrich Kretschmer.

Der Regierungschef kritisierte den teils lockeren Umgang in der Bevölkerung mit der Pandemie, obwohl die Situation viel dramatischer als im Frühjahr sei. Zugleich räumte er ein, dass Sachsen mit seinen Maßnahmen „sehr spät“ dran sei. Die Bundeswehr ist derzeit mit mehr als 700 Soldaten im Einsatz, die etwa im medizinischen Bereich helfen.

Infektiologe: „Wir sehen kein Ende des Anstiegs“

„Als Mediziner unterstützen wir diesen harten Lockdown“, sagte Christoph Josten vom Universitätsklinikum Leipzig. Wenn sich die Infektionszahlen in Sachsen so weiterentwickelten, müssten die Krankenhäuser in Sachsen Weihnachten die „weiße Fahne“ hissen. Er appellierte daher eindringlich an die Bevölkerung, sich an die Corona-Regeln zu halten. „Wir können nicht mehr lange durchhalten.“ Patienten müssten verlegt, ganze Stationen geschlossen werden.

Der Infektiologe Thomas Grünewald vom Chemnitzer Klinikum betonte, dass es sich bei Corona nicht um eine Grippe handele. „Jeder kann sich infizieren, jeder kann erkranken, jeder kann an dieser Erkrankung versterben.“ Allein in Südwestsachsen würden derzeit 1.200 Corona-Patienten behandelt. „Wir sehen kein Ende des Anstiegs.“ (dpa)