Bundestagswahl

Lindner, Scholz, Maßen oder Gysi - Wer gewinnt seinen Wahlkreis und wer scheitert?

27.09.2021, 00:57
Viele Polit-Promis haben sich bei der Bundestagswahl um ein Direktmandat beworben. Doch längst nicht alle gewannen auch.
Viele Polit-Promis haben sich bei der Bundestagswahl um ein Direktmandat beworben. Doch längst nicht alle gewannen auch. Foto: dpa

Magdeburg/Halle (Saale)/DUR/dpa – 299 Wahlkreise gab es bei der Bundestagswahl 2021. Und vielerorts stellte sich auch die Parteiprominenz zur Wahl um eines der prestigeträchtigen Direktmandate. Eine Auswahl der Ergebnisse.

Der wohl prominenteste Wahlkreis der Bundestagswahl 2021 lag in Potsdam, wo mit Olaf Scholz und Annalena Baerbock gleich zwei Spitzenkandidaten antraten. Letztlich setzte sich Scholz mit über 30 Prozent der Stimmen deutlich durch.

Dafür gewann die Nummer zwei der Grünen, Robert Habeck, seinen Landkreis. 27,7 Prozent bedeuten das erste Grüne Direktmandat in Schleswig-Holstein. Auch in Bayern und Baden-Würtemberg haben die Grünen erstmals Direktmandate erobert. Eines davon holt Cem Özdemir in Stuttgart.

Prominent war der Kampf ums Direktmandat auch in Saarlouis. Hier gewinnt am Ende Außenminister Heiko Maas (SPD) vor Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet hatte auf eine Direktkandidatur verzichtet. Vielleicht besser so, wird sich der CDU-Chef gedacht haben, in Laschets Heim-Wahlkreis Aachen führte in der Nacht der Kandidat der Grünen.

Friedrich Merz hatte sich lange Hoffnungen auf die Kanzlerkandidatur gemacht. Zumindest die Rückkehr in den Bundestag ist ihm geglückt. Er holte über 40 Prozent der Erststimmen im Hochsauerlandkreis.

Auch mit fast 80 Jahren bleibt Wolfgang Schäuble Bundestagsabgeordneter. Seinen Wahlkreis Offenburg gewann Schäuble klar. Der oft kritisierte Verkehrsminister Andreas Scheuer bleibt im Bundestag. Er gewann seinen Wahlkreis Passau deutlich, büßte im Vergleich zu 2017 aber fast 17 Prozentpunkte ein.

Gesundheitsminister Jens Spahn ist weiter Mitglied des Bundestages. Er holt sicher das Direktmandat in Steinfurt/Borken. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer verpasste hingegen ihr Direktmandat, sie unterlag im Saarland ihrer SPD-Konkurrentin. Gleiches gilt für Kanzleramtschef Helge Braun, der in Gießen unterlag.

Mit Hans-Georg Maaßen hatte die CDU in Südthüringen einen Kandidaten aufgestellt, dessen Kontakte in die rechtsextreme Szene für viel Protest sorgten. Maaßen verpasst den Einzug in den Bundestag jedoch deutlich, den Wahlkreis gewinnt die CDU mit dem ehemaligen Biathlon-Olympiasieger Frank Ullrich.

FDP-Chef Christian Lindner verpasst in Nordrhein-westfahlen das Direktmandat deutlich, er wurde in seinem Wahlkreis deutlich geschlagen.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kann sich voraussichtlich ebenfalls über das Direktmandat freuen. Sein Wahlkreis war in der Nacht noch nicht komplett ausgezählt, Lauterbach führte aber bereits mit großem Vorsprung.

Linken-Star Gregor Gysi gewann seinen Berliner Wahlkreis deutlich und sicherte damit zusammen mit dem Leipziger Sören Pellmann und Gesine Lötzsch der Partei die dringend nötigen drei Direktmandate.

Den Wahlkreis Vorpommern-Rügen/Vorpommern-Greifswald I hatte seit 1990 immer Angela Merkel gewonnen. Nun tritt die Kanzlerin nicht mehr an – und der Wahlkreis geht an die SPD. Auch CDU-Nachwuchshoffnung Philipp Amthor verpasst das Direktmandat in Mecklenburg-Vorpommern deutlich und wird hinter den Kandidaten von SPD und AfD nur Dritter.

Allerdings gilt: Viele der unterlegenenen Spitzenpolitiker werden trotz Niederlage im Wahlkreis rrotzdem im Bundestag sitzen, da sie mit einem sicheren Plaz auf der jeweiligen Landesliste ihrer Partei abgesichert sind.