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A9-Bratwurst-Posse Bratwurst-Posse an der A9 in Thüringen: Behörde droht mit Zwangsgeld

15.06.2017, 09:51
Trotz Gerichtsurteil:  Imbiss- und Raststättenbetreiberin Christina Wagner will an der A9 weiter Bratwürste über den Zaun verkaufen.
Trotz Gerichtsurteil:  Imbiss- und Raststättenbetreiberin Christina Wagner will an der A9 weiter Bratwürste über den Zaun verkaufen. dpa-Zentralbild

Rodaborn - Im Streit um den Verkauf von Bratwürsten an Deutschlands erster Autobahnraststätte Rodaborn an der A9 bleibt die zuständige Behörde hart.

„Wir haben Frau Wagner gebeten, das zu unterlassen“, sagte der Präsident des Landesamtes für Bau und Verkehr, Markus Brämer, der Deutschen Presse-Agentur. Wenn sie dem nicht nachkomme, werde demnächst das bereits angedrohte Zwangsgeld festgesetzt.

Doch Imbissbetreiberin Christina Wagner denkt nicht daran aufzugeben - und hat eine Petition an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestartet. Darin wird ein Sonderstatus für die historische Anlage gefordert. Mehr als 3.200 Menschen haben im Internet bereits unterzeichnet.

Kurioser Streit an der A9: Zaun-Rebellin Christina Wagner verkauft weiter Bratwürste

Der Streit um den Verkauf von Bratwürsten über einen Zaun am Parkplatz Rodaborn-West schwelt schon viele Jahre. Vor Gericht ist Wagner, der die neben dem Parkplatz gelegene ehemalige Raststätte gehört, unterlegen.

Das Verwaltungsgericht Gera hatte voriges Jahr ein vom Landesamt erlassenes Verbot für rechtens erklärt und Wagners Klage dagegen abgewiesen. Die Richter konstatierten, dass keine Erlaubnis für die „straßenrechtliche Sondernutzung“ vorliege. Das Oberverwaltungsgericht in Weimar hatte dieses Urteil Ende Mai bestätigt.

Die Zaun-Rebellin verkauft dennoch munter weiter Kaffee und Bratwürste an Autofahrer. Durch die überregionale Aufmerksamkeit, die der kuriose Streit ausgelöst hat, kämen immer mehr Autofahrer, schilderte Wagner. Etliche hätten gar keinen Hunger, sondern würden nur anhalten, um ihr Mut zuzusprechen. Das vom Landesamt in Aussicht gestellte Zwangsgeld werde sie „auf keinen Fall“ bezahlen, kündigte sie an. Notfalls gehe sie lieber in Haft. (dpa)