Bahnprojekt

Bahnprojekt: Eisenbahnknoten Magdeburg kommt voran

Magdeburg/dpa. - Mit dem bereits 1993 in den Bundesverkehrswegeplangenommenen Ausbau soll Magdeburg eine der modernen Drehscheiben imBahnverkehr werden.

25.06.2011, 09:44
Ein ICE steht im Hauptbahnhof in Magdeburg (FOTO: DPA)
Ein ICE steht im Hauptbahnhof in Magdeburg (FOTO: DPA) dpa-Zentralbild

Mit dem bereits 1993 in den Bundesverkehrswegeplangenommenen Ausbau soll Magdeburg eine der modernen Drehscheiben imBahnverkehr werden.

Im ersten Bauabschnitt war von 2000 bis 2004 ein elektronischesStellwerk gebaut worden - damals wegen der großen Fläche und dervielen Weichen laut Bahn das größte in Europa. Seither werden zentralvon einem Zentrum in Leipzig nahezu alle Signale für die Züge in derRegion gesteuert. Das Ziel: Mehr Leistung und eine höhere Sicherheitals zu DDR-Zeiten, als der Verkehr noch von zahlreichen Stellwerkendirekt vor Ort gesteuert wurde.

Im zweiten Bauabschnitt geht es um die Gleise - und um sechsinnerstädtische Brücken. Besonders heftig ist umstritten, wie dieStraßen direkt am Magdeburger Hauptbahnhof künftig verlaufen sollen.Der Plan sieht einen Tunnel für die Autos vor, Fußgängerwege und dieTrasse für die Straßenbahn sollen eine Etage höher liegen. Auch inBiederitz bei Magdeburg gibt es immer wieder Protest, weil Anwohnerzusätzliche Lärmbelästigungen befürchten.

Verzögert werden können die Arbeiten durch archäologische Funde -etwa direkt am Magdeburger Hauptbahnhof. Dieser war 1870 vom Elbuferin die ehemalige Festung verlegt worden. «Die Festung macht unsrichtig zu schaffen», sagte Hartmann. So wurden etwa Tunnel aus demfrühen 18. Jahrhundert entdeckt, die damals geheime militärischeAnlagen waren. «Die sind in keinem Plan drin.» Auch alte Leitungenund Rohre aus vergangenen Jahrhunderten wurden entdeckt.

Probleme macht auch, dass Arbeiten an den Brücken fast immer auchden Straßenverkehr behindern - sowohl für Autos als auchStraßenbahnen. Daher geht die Bahn schrittweise vor und hat dasProjekt in viele Einzelteile zerlegt, die genauestens geplant werden.Federführend ist die DB Projektbau GmbH, ein Tochterunternehmen derDeutschen Bahn AG. Die Arbeiten vor Ort werden öffentlichausgeschrieben und von vielen verschiedenen Firmen übernommen.Zeitweise arbeiten dann bis zu 100 Menschen an dem Projekt.

Derzeit nutzen täglich rund 800 Züge den Knotenpunkt Magdeburg,der eine Ausdehnung von zwölf Kilometern in Ost-West-Richtung und 38Kilometer in Nord-Süd-Richtung hat. Prognosen gehen davon aus, dasses im Jahr 2015 bereits 1230 Züge am Tag sind.