Arbeit für Geringqualifizierte Arbeit für Geringqualifizierte: Job-Idee ruft viele Gegner auf den Plan
Magdeburg/MZ. - Auch am Montag auf einem vom WirtschaftsministeriumSachsen-Anhalts anberaumten Kolloquium standendie beiden Professoren der Magdeburger Universitäteiner ablehnenden Front ausgewählter Referentengegenüber. Zwar teilten diese die Analyse,dass es gerade die mangelnden Beschäftigungsangebotefür gering qualifizierte Arbeitnehmer sind,die eines der Kernprobleme des Arbeitsmarktesausmachen.
Dem Ansatz von Weimann/Schöb, statt dieLangzeitarbeitslosigkeit zu finanzieren dasGeld besser dafür einzusetzen, um durch Übernahmeder Sozialversicherungskosten die Lohnkostenzu drücken, aber wollte keiner so recht folgen."Wir wollen einfache Arbeit dauerhaft undplanbar billiger machen, ohne die Nettolöhnezu drücken", hatte Weimann zuvor geradezuinständig geworben. So könnten bis zu 1,8Millionenneuer Stellen geschaffen werden, ohne densozialen Frieden durch Eingriffe in das Tarifrechtzu gefährden.
Viktor Steiner vom Deutschen Institut fürWirtschaftsforschung (Berlin) immerhin sprachvon einem "sehr interessanten Vorschlag",befürchtet aber Mitnahmeeffekte wie auch dieVerdrängung regulärer Stellen. Dies stellteauch Ulrich Walwei vom Institut für Arbeitsmarkt-und Berufsforschung (Nürnberg) in den Mittelpunkt.Zudem kritisierte er die aufgemachte Rechnungneuer Jobs. Statt von 1,8 Millionen sei allenfallsvon 850000 auszugehen. Und dann werde esnicht zu einer Ersparnis für die öffentlichenHaushalte kommen, sondern sie müssten draufzahlen.Für Gerd Andres (SPD), Parlamentarischer Staatssekretärim Bundeswirtschaftsministerium, war diesder Hauptgrund, die Magdeburger Alternativeabzulehnen. Zudem befürchtet er, dass solcheArt Beihilfe mit EU-Recht kollidiert. RüdigerPohl, früherer Chef des Instituts für WirtschaftsforschungHalle hielt den beiden gar vor, "überhöhteLöhne auf Dauer" festschreiben zu wollen.
"Ich habe den Eindruck, dass alle nur betonen,warum es nicht geht", fasste Schöb die Rundevon Vorträgen zusammen. "Und das scheint mirein typisches Problem des Deutschlands unsererTage zu sein." Dennoch wollen er und Weimannnicht aufgeben.