Bundestag

AfD-Politiker Robert Farle kritisiert seine eigene Bundestagsfraktion und nennt Gründe für Austritt

Politiker aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz üben nach Austritt von Robert Farle aus der AfD-Bundestagsfraktion Kritik an seiner Arbeit.

Von Joel Stubert 13.09.2022, 17:50
Robert Farle (AfD) zog bei der Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis 74 mit einem knappen Vorsprung von 202 Stimmen in den Bundestag ein. Nun trat er aus der AfD-Fraktion im Bundestag aus. Maik Schumann

Sangerhausen/MZ - Wenige Tage nach seinem Austritt aus der AfD-Fraktion im Bundestag hat sich Robert Farle zu Wort gemeldet. Er wolle als fraktionsloses Mitglied und AfD-Mitglied die Interessen der Wähler vertreten.

„Als direkt gewählter Abgeordneter sehe ich mich als Volksvertreter in besonderer Weise den Bürgern meines Wahlkreises verpflichtet, das Stimmungs- und Meinungsbild in den Bundestag einzubringen, um die Entscheidungsprozesse politisch beeinflussen zu können“, teilte Farle in einer Pressemitteilung mit.

Kritik an Strukturen in der AfD-Fraktion im Bundestag

Seinen Schilderungen zufolge sei es ihm nicht möglich gewesen, das Meinungsbild seiner Wähler dem Bundestag und seiner AfD-Fraktion mitteilen zu können. Diese Meinung sei vor allem von einer kritischen Haltung gegenüber den Russland-Sanktionen der Bundesregierung geprägt, so Farle. „Leider musste ich feststellen, dass die Arbeitsordnung der AfD-Bundestagsfraktion es mir unmöglich gemacht hat, dazu persönlich Stellung zu nehmen“, sagte Farle.

Dies hat Farle allerdings bislang auch schon im Bundestag machen können, etwa wenn er eine persönliche Erklärung zum Thema Russland vortrug. Dass er nun mehr für seinen Wahlkreis herausholen kann, ist allerdings eher unwahrscheinlich.

Denn Farle sitzt ohne die Mitgliedschaft in der Fraktion nicht mehr in Ausschüssen und kann keine so genannte Facharbeit mehr leisten. Mit dem Austritt erlischt auch seine Mitgliedschaft als stellvertretendes Mitglied in den Ausschüssen für Gesundheit, Wirtschaft und Finanzen sowie seine Mitgliedschaft im Petitionsausschuss.

Mehr Präsenz bei Demonstrationen im Landkreis Mansfeld-Südharz

„Die Verbindung der Wähler in den Bundestag ist durch den Austritt auf jeden Fall geschwächt“, findet Ingo Bodtke, Bundestagsabgeordneter der FDP. Denn ohne Fraktionsmitgliedschaft könne man die Themen der Menschen im Bundestag schlechter unterbringen. Allerdings sagt er auch: „Weniger als bisher kann man eigentlich auch nicht erreichen.“

In eine ähnliche Kerbe schlägt Torsten Schweiger, Chef des Kreisverbands der CDU und bis vergangenes Jahr selbst Bundestagsabgeordneter. „Ob er nun Mitglied der Fraktion ist oder nicht, wird für die Menschen im Wahlkreis nicht viel ändern“, sagt er. „Denn ich habe bislang nicht bemerkt, dass er für den Wahlkreis etwas erreicht hätte.“

Farle selbst wolle sich nun auf die Arbeit im Wahlkreis, die Teilnahme an Montagsdemonstrationen oder die „außerparlamentarische Arbeit in meinem Wahlkreis“ konzentrieren, teilt er mit. Schon am Dienstag soll sein Farle-Mobil für 30 Tage lang präsent sein und Kontakt mit den Bürgern aufnehmen.

Sangerhausen/MZ - Wenige Tage nach seinem Austritt aus der AfD-Fraktion im Bundestag hat sich Robert Farle zu Wort gemeldet. Er wolle als fraktionsloses Mitglied und AfD-Mitglied die Interessen der Wähler vertreten.

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