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Rad-WM 2007Rad-WM 2007: Die Chronologie der Stuttgarter Chaostage

Stuttgart/dpa. - 29. August: Trotz seines Doping-Geständnisses wird Radprofi ErikZabel für die Straßen-Weltmeisterschaften in Stuttgart nominiert. DasPräsidium des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) stimmt mit 6:2-Stimmenfür seine Teilnahme. Einen Tag nach der Zabel-Nominierung trittBDR-Vize Dieter Kühnle als Reaktion auf die seiner Meinung nachverfehlte Verbandspolitik im Umgang mit Doping ...

30.09.2007, 14:40

29. August: Trotz seines Doping-Geständnisses wird Radprofi ErikZabel für die Straßen-Weltmeisterschaften in Stuttgart nominiert. DasPräsidium des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) stimmt mit 6:2-Stimmenfür seine Teilnahme. Einen Tag nach der Zabel-Nominierung trittBDR-Vize Dieter Kühnle als Reaktion auf die seiner Meinung nachverfehlte Verbandspolitik im Umgang mit Doping zurück.

25. September: Die Rad-WM wird von BDR-Präsident Rudolf Scharping undUCI-Chef Pat McQuaid offiziell eröffnet. Zuvor wird bekannt, dassTitelverteidiger Paolo Bettini die Ehrenerklärung des WeltverbandsUCI für einen sauberen Sport nicht unterschrieben hat. Nach demWillen der Stadt Stuttgart soll Bettini bei der WM nicht starten.In einer Kollegenschelte attackiert Zeitfahrer Sebastian Lang dieDoping-Sünder Zabel, Jörg Jaksche und Patrik Sinkewitz.

26. September: Stuttgart droht der UCI mit einer Klage, falls der desDopings verdächtigte Giro-Gewinner Danilo di Luca und Bettini bei derWM am Sonntag an den Start gehen sollten. Das ZDF teilt mit, dassWeltmeister Bettini Lieferant von Dopingmitteln für den ehemaligenT-Mobile-Profi Sinkewitz gewesen sein soll. Der unter Dopingverdachtstehende Spanier Alejandro Valverde bekommt vom InternationalenGerichtshof CAS das Startrecht zugesprochen. Aus Protest gegen dieVorgänge friert Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble denWM-Bundeszuschuss in Höhe von 150 000 Euro ein. Hanka KupfernagelsGold-Fahrt im Zeitfahren geht in den Doping-Schlagzeilen unter.

27. September: Die Ausrichter-Stadt reicht gegen einen WM-Start derItaliener Bettini und di Luca beim Landgericht Stuttgart eineEinstweilige Verfügung ein. Zwischen McQuaid und SportbürgermeisterinSusanne Eisenmann kommt es zum Eklat. McQuaid kritisiert, dass diefrüheren Weltmeister Eddy Merckx, Rudi Altig und Gianni Bugno zu«unerwünschten Personen» erklärt wurden. ProTour-Spitzenreiter diLuca zieht seinen WM-Start zurück. Zuvor beantragte das NationaleOlympische Komitee Italiens (CONI) eine Vier-Monats-Sperre gegen ihn.Bettini bekommt Besuch von einem BKA-Beamten und droht Sinkewitz mitder Einreichung einer Schadenersatzklage. Eisenmann verlangt dieWM-Abreise des BDR-Vizepräsidenten Udo Sprenger, nachdem in derARD-Sendung «Panorama» wieder Doping-Vorwürfe gegen Sprenger erhobenworden waren. BDR-Präsident Scharping nimmt Sprenger in Schutz.

28. September: Das Hin und Her um die Startberechtigung vonWeltmeister Bettini hat ein Ende. Das Landgericht Stuttgart weist dieEinstweilige Verfügung der WM-Stadt gegen dessen Teilnahme ab.

29. September: Jeder klagt gegen Jeden: Bettinis Anwalt GuidoMarangoni kündigt eine Verleumdungs-Klage gegen das WM-Organisationskomitee, die Stadt Stuttgart und das ZDF an. Die UCIwill die «nötigen Schritte» einleiten, um von der Stadtzurückgehaltene Gelder von rund 600 000 Euro zu erhalten. Zudemkündigt der Verband an, Zahlungsbefehle an die Fahrer zu verschicken,die die von ihnen unterschriebenen Ehrenerklärungen durch positiveDoping-Befunde gebrochen haben.

30. September: Die Chaostage von Stuttgart gehen mit demStraßenrennen der Männer zu Ende. Zabel und Valverde sind dabei,Titelverteidiger Bettini bekommt von McQuaid vor dem Start noch einenfreundlichen Handschlag.