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Kulturelle Einflüsse Schmucktrends und ihre historischen Ursprünge

29.11.2023, 11:19
Seit Urbeginn schmücken sich Menschen mit Symbolen, um Botschaften zu vermitteln.
Seit Urbeginn schmücken sich Menschen mit Symbolen, um Botschaften zu vermitteln. Foto: Goffkein – stock.adobe.com

Accessoires und Schmuck verleihen jedem Outfit eine einzigartige Note. Seit Urbeginn schmücken sich Menschen mit Symbolen, um Botschaften zu vermitteln. Infolgedessen entstanden immer wieder Schmucktrends, die sich im Laufe der Zeit anpassten. In diesem Beitrag wird der historische Ursprung der Schmuckstücke in Verbindung mit den Trends durchleuchtet.

Frühe Formen des Schmucks: Eine Reise in die Vergangenheit

In vielen historischen Aufzeichnungen wurden Menschen abgebildet, die Knochen, Federn und Steine umgehängt haben. Das waren die ersten Utensilien, die verwendet wurden, um Schmuckstücke herzustellen. Die Materialien waren recht simpel und leicht aufzufinden. Goldschmuck, sei es in Form von Ringen, Armbändern oder Halsketten, hat eine lange Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Archäologische Funde zeigen, dass bereits 4600 Jahre vor Christus in Mesopotamien Gold verarbeitet wurde.

Die Ägypter betrieben die ersten Goldminen, während in China der Goldschmied und der Verkauf bereits begonnen hat. Bis heute kauft China mehr Gold als alle anderen Länder auf der Welt. Zwischen 600 und 500 vor Christus herrschte König Krösus in der heutigen Türkei und förderte dort Gold. Sein Name ist bis heute untrennbar mit grenzenlosem Reichtum verbunden. Nach und nach wurde Gold zu einem Statussymbol. Kein Material ist weltweit für hochwertige Juwelierarbeiten so beliebt und so verbreitet wie dieses Edelmetall. Schon die zahlreichen Legierungen erlauben es, Goldschmuck in vielen verschiedenen Farben zu kreieren.

Was interessant zu beobachten ist, dass sich Schmuck je nach Region und Kultur sehr unterscheiden können. Von den kunstvollen chinesischen Schätzen bis zu den opulenten Stücken der indischen Maharadschas – jeder Ort hatte seinen eigenen Stil und erzählt seine eigene Geschichte. Der Schmuck sagt viel über den sozialen Status, die religiöse Zugehörigkeit und den individuellen Geschmack aus. Die Vergangenheit zeigt, dass die Menschheit schon seit jeher Schmuck für viele Personen eine tiefere Bedeutung hat. Bis heute hat Goldschmuck diesen Status und ist sogar bei jungen Leuten angesagt.

Kulturelle Einflüsse auf Schmucktrends

Nachdem die Kunst des Schmiedes immer mehr Zuspruch in der Welt erhalten hat, wurde er vorrangig als modisches Accessoire getragen. Doch das ist nicht alles – er hat in vielen Kulturen eine tiefere Bedeutung, die neben Reichtum und sozialem Status auch bestimmte Traditionen widerspiegelt.

Hochzeitsschmuck

In vielen Kulturen spielt der Hochzeitsschmuck eine wichtige Rolle. In der chinesischen Tradition ist es Brauch, dass die Braut eine Krone aus Gold erhält, die für Glück und Gesundheit stehen soll. Der Jadeschmuck hat ebenfalls in der Region eine essenzielle Bedeutung. Amulette und Schnitzereien aus Jade werden als Talismane meist über viele Generationen in der Familie vererbt. Die Hochzeitsgäste beschenken in der Regel die Braut mit goldenem Schmuck.

Das gilt nicht nur in Zentralasien, sondern auch im gesamten Orient. Das Edelmetall soll dafür sorgen, dass das Paar bei einem finanziellen Engpass immer noch etwas hat, was es veräußern kann, um nicht in Not zu geraten. International gelten Hochzeitsringe ebenfalls als Symbol der Unendlichkeit, dabei spielt es keine Rolle aus welchem Material sie sind, sondern viel mehr um die Bedeutung dahinter. Sehr populär sind Weißgold Ringe mit einer persönlichen Gravur.

Schmuck der amerikanischen Ureinwohner

Verschiedene indigene Völker wie die Navajo, Apache oder Hopi haben über Generationen hinweg Schmuck in unterschiedlichen Zeremonien und Ritualen getragen. Dabei wurden vorwiegend reine und unverarbeitete Naturmaterialien wie Muscheln, Federn oder Knochen verwendet. Häuptlingen oder hochrangigen Stammesmitgliedern trugen vor allem Silber und Türkis, um sich von den anderen Mitgliedern abzuheben.

Wer sich die Modewelt ansieht, kann deutlich erkennen, dass speziell im Sommer Federschmuck und Türkise-Farbakzenten gerne getragen werden. Die Inspiration kommt vor allem von diesen indigenen Völkern.

Schmuck und Tradition in Indien

In Indien gehört der Tempelschmuck zur Tradition dazu. Dabei werden Göttern und Göttinnen in Tempeln und Schreinen mit den kunstvoll verarbeiteten Edelmetallen verziert. Der Schmuck besteht meistens aus schweren Ketten, aber Ringen, Ohrringen, Nasenringen und Zehenringen gehören ebenfalls dazu. Somit war der Nasenring ein Vorgänger für Piercings, die heutzutage immer noch sehr beliebt sind.

Der filigrane Schmuck wird von den Tempeltänzerinnen getragen. Je nach Region richtet sich die Verarbeitung der Schmuckstücke an, strickte Vorgaben und Materialien. Dabei geht es um bestimmte Designs sowie die Anzahl und Art der Edelsteine. Bei indischen Hochzeiten tragen Bräute eine reiche Vielfalt an Schmuckstücken, gemäß der Tradition mindestens 16, die über ihren Körper verteilt sind. Besondere Bedeutung kommt den Armreifen zu. Die Braut schmückt sich oft mit einer Vielzahl feiner Goldarmreifen, jedoch trägt sie diese stets ungleich verteilt, sowohl links als auch rechts. Dieser Brauch dient dem Glauben, dass die ungleiche Anzahl an Armreifen Unglück abwehren soll.

Moderne Interpretationen und aktuelle Trends

Eine Vielzahl der populärsten Schmucktrends sind eine Interpretation von kulturellen Einflüssen. Folgende Trends sind daraus resultiert:

  • Creolen: Der Trend der Creolen soll ursprünglich von den Sumerer kommen. Schon vor rund 2500 Jahren haben Menschen Creolen getragen, weil sie glaubten, dass die Ohren der Sitz der Intelligenz seien und daher besonders schützenswert sind. Die des Schmucks soll an die Form der Sonne und des Mondes erinnern. Bis heute werden Creolen in allen Formen und Farben getragen.
  • Bettelarmbänder: Das Bettelarmband verdankt seinen Namen nach einer Sager der Tradition, dass Träger die Anhänger geschenkt bekommen und sie sozusagen "erbetteln". Es gibt jedoch auch eine mittelalterliche Theorie: Bettler baten um Genehmigung, um in eine Stadt zu gelangen, und erhielten symbolisch eine Münze. Diese befestigten sie an einem einfachen Armband und konnten es vorweisen, wenn es sein musste. Welche der beiden Aussagen nun stimmt, ist nicht ganz klar. Sicher ist jedoch, dass viele junge Menschen immer noch gerne diese Armbänder tragen und Anhänger weiter verschenken.
  • Brosche: Wer das Tragen einer Brosche ausschließlich mit dem Stil einer älteren Dame assoziiert, der liegt falsch. Viele Fashionista greifen mehr auf Broschen zurück, die richtig auffällig sind und ein It-Piece darstellen. Einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Brosche hatte in dieser Zeit die byzantinische Kultur, in der durch den orientalischen Einfluss viele farbenfrohe Emaille-Broschen entstanden.

Schlussfolgerung

Nahezu jedes Schmuckstück ist ein Teil von alten Kulturen, Bräuchen oder Traditionen. Es ist sehr interessant zu beobachten, dass in der Gegenwart immer noch Designer sich von der Geschichte inspirieren lassen und damit Trends erschaffen. Neben den kulturellen und traditionellen Komponenten hat das Tragen von Schmuck auch eine persönliche Bedeutung. Jeder hat seine Lieblingskette oder vielleicht ein Armband von einem besonderen Urlaub. Schmuckstücke ermöglichen es den Menschen, Erinnerungen wachzurufen.