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finanzenTipps, um einen finanziellen Engpass leicht zu überwinden

Aktualisiert: 04.12.2023, 16:36
Ein finanzieller Engpass muss nicht gleich das Ende bedeuten. Es gibt viele Möglichkeiten, ihn zu überwinden, sowohl durch Eigeninitiative als auch durch staatliche Hilfe.
Ein finanzieller Engpass muss nicht gleich das Ende bedeuten. Es gibt viele Möglichkeiten, ihn zu überwinden, sowohl durch Eigeninitiative als auch durch staatliche Hilfe. Foto. Pixabay © stevepb (CC0 Public Domain)

Im Moment wird alles teurer, die Miete, das Einkaufen, die Energie, das Auto und sogar die Freizeitgestaltung. Doch das Gehalt hält nur selten mit den Preissteigerungen mit. Um dabei nicht den Überblick zu verlieren, ist es sinnvoll, ein Haushaltsbuch zu führen. Das kann vorbeugend dabei helfen, besser mit dem vorhandenen Geld zu haushalten. Ein Haushaltsbuch gibt einen Überblick über alle Kosten und das gesamte Einkommen. Dabei ergeben sich bei genauerem Hinsehen manchmal auch Einsparmöglichkeiten, die dabei helfen, einen finanziellen Engpass besser zu überstehen. Darüber hinaus gibt es noch weitere Möglichkeiten, eine finanziell stressige Zeit zu überwinden.

Einnahmen und Ausgaben – wie geht die Gegenüberstellung?

Die Einnahmen setzen sich aus allen Geldbeträgen zusammen, die monatlich eingehen, wie das Gehalt, Arbeitslosengeld, Unterhalt, Rente oder Kindergeld. Die Ausgaben teilen sich auf in feste Kosten, wie Miete, Nebenkosten, Versicherungsbeiträge, Kosten für Telefon und Internet, Altersvorsorge, Mitgliedsbeiträge oder Abonnements. Die variablen Kosten lassen sich in die Kategorien Essen, Getränke, Kleidung, Tanken, Freizeit und Ähnliches einteilen. Um hier den Überblick zu bekommen, ist es sinnvoll, alle Belege zu sammeln und am Monatsende eine Abrechnung zu machen.

Wer etwa drei Monate das Haushaltsbuch konsequent führt, erhält einen Überblick, wofür das Geld jeden Monat verwendet wird. Schnell wird dabei auch ersichtlich, wo zu viel Geld hinfließt. Manchmal sind es kleine, liebgewordene Gewohnheiten, wie der tägliche Coffee-to-go auf dem Weg zur Arbeit, die den Geldbeutel unnötig strapazieren.

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Wenn das Geld kurzfristig knapp wird

Wer kurzfristig vor einem finanziellen Engpass steht, ist geneigt, sein Konto zu überziehen. Doch das Minus auf dem Konto ist immer mit Zinsen verbunden. Besteht der Kontoüberzug länger, entsteht durch die Zinsen zusätzlicher finanzieller Stress. Das ist einerseits sehr praktisch, doch auf lange Sicht keine gute Idee.

Steht dann bei einem finanziellen Engpass auch noch eine größere Anschaffung, weil der Kühlschrank den Geist aufgegeben oder die Waschmaschine streikt, ist es besser einen Kleinkredit in Erwägung zu ziehen. Sie sind fast immer günstiger als der Dispokredit und in kurzer Zeit mit monatlich festen Raten zurückgezahlt.

Wichtig ist, nicht das erstbeste Kreditangebot anzunehmen, auch nicht wenn es von der Hausbank kommt. Im Internet ist es möglich mithilfe eines Kreditvergleichs die Angebote von mehreren Anbietern miteinander zu vergleichen und ein günstiges Angebot zu finden. Besonders schnell ist ein digitaler Kredit abgewickelt, bei dem von Antragstellung bis Kreditauszahlung oft nur 24 Stunden vergehen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Antragsteller sich schnell um alles kümmert und die gewünschten Unterlagen umgehend zur Verfügung stellt.

Voraussetzung für einen schnellen Kredit sind:

  • Regelmäßiges Einkommen
  • Bonität
  • Antragsteller ist mindestens 18 Jahre alt
  • Wohnsitz in Deutschland
  • Deutsches Bankkonto

Weitere Möglichkeiten, einen Engpass zu überwinden

Konsumenten haben noch weitere Möglichkeiten, kleinere finanzielle Engpässe zu überwinden, ohne gleich ein Darlehen aufnehmen zu müssen.

Kosten reduzieren

Beispielsweise ist es möglich, Versicherungsbeiträge zu reduzieren oder auch für eine Weile ganz auszusetzen. Dabei ist es wichtig, auf die Bedingungen zu achten, inwieweit dann der Versicherungsschutz erhalten bleibt. Dazu können die Versicherungsnehmer direkt bei ihrer Versicherung nachfragen, ob es möglich ist, den Beitrag zu stunden. Um größere Schwierigkeiten zu vermeiden, gewähren die meisten Versicherer eine Stundung. Der Kunde zahlt dann die fehlenden Beiträge nach.

Bei Geldmangel ist es auch möglich, die Sparrate auszusetzen, beispielsweise für den Fondsparplan oder den Bausparvertrag.

Staatliche Leistungen in Anspruch nehmen

Der Staat bietet ebenfalls einige Möglichkeiten, seine Bürger in finanziell schwierigen Zeiten zu unterstützen. Beispielsweise kann einem Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld zustehen, wenn es zwar arbeitet, aber nicht mehr im selben Umfang wie bisher. Kurzarbeitergeld muss der Arbeitgeber beantragen.

Arbeitslosengeld können Arbeitnehmer beantragen, denen aus konjunkturellen Gründen gekündigt wird. Dabei ist es wichtig, dass die Meldung bei der Agentur für Arbeit zeitnah erfolgt.

Wohngeld zahlt die Gemeinde aus. Zur Miete gehören auch die Heizkosten und auch Menschen, die im Wohneigentum leben, haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Wohngeld. Im Januar 2023 ist eine große Wohngeldreform in Kraft getreten. Damit haben wesentlich mehr Menschen als bisher Anspruch auf diese Sozialleistung.

Menschen, die nur wenig Geld verdienen, haben Anspruch auf Aufstockungsleistung durch den Staat. Das sogenannte Bürgergeld nach SGB II können all jene beantragen, die unterhalb der Grundsicherung verdienen und keinen Anspruch auf Jobcenter-Leistungen haben.

Heizkostenzuschuss

Durch die hohen Energiepreise sind bei vielen die Heizkosten extrem nach oben gegangen. Trotz regelmäßigem Einkommen kann hier ein Anspruch auf Sozialleistungen entstehen. Es ist wichtig, diese Leistungen zeitnah zu beantragen.

Flohmarkt war gestern. Wer heute gebrauchte Sachen kaufen oder verkaufen möchte, nutzt dafür das Internet.
Flohmarkt war gestern. Wer heute gebrauchte Sachen kaufen oder verkaufen möchte, nutzt dafür das Internet.
Foto. Pixabay © mermyhh (CC0 Public Domain)

Verkaufen, was nicht mehr gebraucht wird

Second Hand ist derzeit wieder stark im Kommen. Zum einen ist es nachhaltiger, Dinge, die nicht kaputt sind, zu verkaufen, damit sie weiterverwendet werden können. Zum anderen können ungenutzter Schmuck, Kleidung oder Elektronik, die bereits durch etwas Neues ersetzt wurden, dabei helfen, einen finanziellen Engpass zu überwinden.

Dazu verkaufen Menschen heute ihre Sachen nicht mehr auf dem Flohmarkt. Sie stellen Sie auf großen Plattformen ein und verkaufen über virtuelle Flohmärkte. Kauf und Verkauf sind auf diesen Portalen sehr einfach gehalten, damit alles so angenehm wie möglich abläuft. In wenigen Tagen sind selbst hochwertige Produkte verkauft und das Geld auf dem Konto gutgeschrieben.

Kurzfristige Zimmervermietung

Airbnb und ähnliche Produkte erfreuen sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Die Immobilienpreise steigen und damit auch die Mieten für eine Ferienwohnung oder die Preise für eine Hotelübernachtung. Wer kurzfristig eine Unterkunft braucht, sieht sich gerne im privaten Rahmen um. Wer genug Platz zu Hause hat, kann auf diese Weise ebenfalls einen Liquiditätsengpass überwinden. Dabei sollten ein paar Mindestvoraussetzungen gegeben sein. Eine Zwei-Zimmer-Wohnung lässt sich nur schwer mit einer fremden Person teilen. Doch wer in einem großen Haus wohnt oder eine Einliegerwohnung zur Verfügung hat, kann sich damit ein paar Euro Extrageld verdienen.

Ein Vorschuss vom Chef

Wenn Arbeitnehmer in Not geraten, bleibt das dem Chef meist nicht verborgen. Im Ernstfall sind daher viele bereit, ihren Mitarbeitenden einen Vorschuss zu zahlen, der dann mit dem kommenden Gehalt wieder zurückgezahlt wird. Diese schnelle Lösung kann jedoch auch mit Problemen einhergehen, beispielsweise weil es notwendig ist, dem Chef von privaten Problemen zu erzählen. Außerdem fehlt der Vorschuss dann im nächsten Monat, wenn der Chef das Geld dann wieder einbehält.

Ins Pfandleihhaus gehen

Bei vielen liegen zu Hause Schätze, die sie gar nicht brauchen, die sie allerdings auch nicht verkaufen wollen, beispielsweise den Schmuck von Oma, der schon so lange in Familienbesitz ist oder die wertvolle Kette, die nur aus emotionalen Gründen noch in der Schmuckschatulle liegt. Ein Verkauf kommt zwar nicht infrage, jedoch besteht die Möglichkeit, damit zum Pfandleiher zu gehen und dafür Geld zu bekommen. In der Regel bewertet der Pfandleiher die Stücke und gibt 50 Prozent des Wertes in Form eines Darlehens. Das Pfandgut bleibt für die Laufzeit des Darlehens im Pfandhaus. Nach einer vereinbarten Zeit, wenn der finanzielle Engpass überwunden ist, erfolgt die Rückzahlung des Darlehensbetrags plus die entstandenen Zinsen. In manchen Fällen kommen noch Gebühren für die Schätzung, die Lagerung und die Versicherung des Wertgegenstandes hinzu. Ist der Pfandbetrag vollständig zurückgezahlt, gibt der Pfandleiher das gute Stück wieder zurück. Wenn keine Auslösung erfolgt, veräußert der Pfandleiher den Gegenstand, um daraus das Darlehen zurückzuzahlen.