Tennis-Grand-Slam-Turnier

Gojowczyk überrascht bei US Open - Trio scheidet aus

Damit war vor dem Beginn der US Open nicht zu rechnen: Außenseiter Peter Gojowczyk hübscht die deutsche Bilanz auf und zieht in die dritte Runde ein. Ausgeschieden ist dagegen ein deutsches Trio.

Von dpa
Peter Gojowczyk erreichte die nächste Runde.
Peter Gojowczyk erreichte die nächste Runde. Pascal Guyot/AFP/dpa

New York - Für ein deutsches Tennis-Trio um Andrea Petkovic sind die US Open nach der zweiten Runde beendet. Qualifikant Peter Gojowczyk feierte dagegen sein bisher bestes Abschneiden bei einem Grand-Slam-Turnier und spielt in New York erstmals um den Einzug ins Achtelfinale.

Der Münchner schuftete sich zu einem 2:6, 6:4, 2:6, 7:5, 6:4 gegen den favorisierten Dusan Lajovic. Nach dem zweiten erfolgreichen Kraftakt über fünf Sätze machte Gojowczyk einen kleinen Freudensprung und pustete auf seinem Stuhl kräftig durch.

Weder von Regen-Verzögerungen noch von Satz-Rückständen ließ sich der Außenseiter aufhalten und verwandelte nach etwas mehr als drei Stunden seinen ersten Matchball gegen den Serben. In der ersten Runde hatte die Schiedsrichterin anfangs den Namen des unbekannten deutschen Profis falsch ausgesprochen, nun kann er sich gegen den Schweizer Henri Laaksonen sogar Chancen auf die Runde der besten 16 ausrechnen. Gojowczyk ist die Nummer 141 der Weltrangliste und musste sich zunächst durch die Qualifikation kämpfen. Schon mit seinem Erstrundensieg gegen den an Nummer 23 gesetzten Franzosen Ugo Humbert in fünf Sätzen war nicht zu rechnen gewesen.

Koepfer chancenlos

Der Schwarzwälder Dominik Koepfer verpasste dagegen in der zweiten Runde die erhoffte Überraschung klar. Gegen den russischen Mitfavoriten Daniil Medwedew blieb der Davis-Cup-Spieler beim 4:6, 1:6, 2:6 chancenlos. Für den 37 Jahre alten Philipp Kohlschreiber ist das Grand-Slam-Turnier nach einem glatten 4:6, 3:6, 1:6 vorbei. Ebenso wie Petkovic wurde der Augsburger anschließend mit der Frage nach seiner Karriere-Planung und einem möglichen endgültigen Abschied konfrontiert. „Mir geht es körperlich gut. Ich hatte auch in letzter Zeit Spaß. Heute muss ich irgendwie abhaken“, konterte er.

Petkovic fühlt sich für das eigentlich angedachte Karriereende im Moment doch noch zu fit. Auch wenn die frühere Wimbledonsiegerin Garbiñe Muguruza zu stark für sie war, sind es doch solche Matches, bei denen sie ihre Leidenschaft für Tennis spürt. „Wenn ich jetzt wirklich die letzten vier Wochen nicht so gespielt hätte, wie ich es getan hab - dann hätte ich nach den US Open aufgehört. Aber so bin ich ja noch am Leben“, sagte Petkovic nach dem 4:6, 2:6 lachend.

Die Darmstädterin hatte in Hamburg im Juli das Endspiel erreicht, es folgte der Halbfinal-Einzug in Belgrad. Und Anfang August feierte die langjährige Fed-Cup-Spielerin in Cluj-Napoca erstmals seit sechseinhalb Jahren wieder einen WTA-Titel. Ihr knapp eineinhalb Stunden langer Auftritt unter dem geschlossenen Dach des Louis-Armstrong-Stadiums gegen die an neun gesetzte Muguruza soll nun nicht ihr letztes Grand-Slam-Match gewesen sein. Es klingt danach, dass sie auch 2022 wieder angreifen will.

„Hochklassiges Match“ von Petkovic

„Mein Spiel ist noch nicht auf dem höchsten Niveau, aber ich bin auf dem Weg dahin“, sagte Petkovic und erkannte den verdienten Sieg von Muguruza an: „Ich denke, es war ein hochklassiges Match, in dem ich nicht gut genug bei den wichtigen Punkten war.“

In beiden Sätzen lag Petkovic jeweils mit 0:3 hinten. Beide Male war die Bürde des Rückstands zu hoch. „Ich bin heute runter vom Match und war genervt“, sagte die deutsche Nummer 68 der Welt. „Ich hatte gleich zehn Sachen in meinem Kopf, an die ich morgen mit meinem Trainer rangehe. So lange man das noch hat, hat man noch eine Chance - egal wie alt man ist.“

Am 9. September wird sie 34 Jahre alt. Die einstige Nummer neun der Welt, die immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde, hat sich schon erfolgreich als Buchautorin und Fernsehmoderatorin versucht und wollte ihre Karriere eigentlich nach dieser Saison beenden. „Die Bereiche machen mir sehr großen Spaß, aber ich komme heim und weiß: Das, wofür ich brenne, ist doch das Tennisspielen“, sagte sie.

Andrea Petkovic schied in New York aus.
Andrea Petkovic schied in New York aus.
Seth Wenig/AP/dpa