Trotz Niederlage gegen Thüringer HC

Wildcats feiern Klassenerhalt auf der Couch

Kein Durchkommen für Halles Sophie Lütke gegen die Abwehr des Thüringer HC. (Foto: imago/opokupix)

Halle (Saale) - Am Sonntagabend konnte Jan-Henning Himborn seinen Handballerinnen per Whatsapp endlich zum Klassenerhalt gratulieren. Mit der 30:31-Niederlage des Verfolgers Göppingen in Oldenburg ist nun auch rein rechnerisch Union Halle-Neustadt der erste Nichtabstiegsplatz nicht mehr zu nehmen.

„Ich bin erleichtert“, sagte der Coach. Dass seine Schützlinge selbst tags zuvor gegen den Thüringer HC die Punkte nicht holen konnten, wurde damit zur Nebensache.

Tatsächlich: Gegen den übermächtigen Thüringer HC hatte der Aufsteiger nicht wirklich eine Chance. Mit 25:35 mussten sich die Gastgeberinnen am Ende deutlich geschlagen geben.

Wildcats können vom Thüringer HC viel lernen

„Die körperliche Präsenz der Thüringerinnen ist schon krass“, anerkannte anschließend Halles Spielmacherin Sophie Lütke. „Die sind viel schlagkräftiger in ihren Aktionen, immer einen Schritt schneller als wir. Wir gehen noch zu oft auf den gegnerischen Spieler und nicht in die Lücke, das können wir uns vom THC abgucken.“

Bei dem Versuch, aus dieser Niederlage etwas für sich und ihre Mannschaft mitzunehmen, schaut die an diesem Tag zehnfache Torschützin aber nicht nur auf den Gegner: „Wir sind teilweise viel zu ungeduldig vorn, haben den Ball zu früh aufs Tor gebracht.“ Und dann ist da noch das Konterspiel. Zwar hatte Halle ebenfalls Ballgewinne, „aber wir kamen nicht immer gut aus der Deckung. Das Umschaltspiel war nicht optimal.“ So manche Großchance blieb deshalb ungenutzt - weshalb das Ergebnis doch deutlich ausfiel. Ein Sieg lag allerdings nie in Reichweite.

Trainer Jan-Henning Himborn ist mit Kampfgeist seiner Wildcats zufrieden

„Gegen so einen Kontrahenten muss einfach alles passen - und das war nicht der Fall“, sagte deshalb auch Jan-Henning Himborn. Zwar konnte seine Mannschaft anfangs gut mithalten (6:4/9.), Doch gerade in der ersten Halbzeit schwächelte Halles eigentlich stärkste Angreiferin Helena Mikkelsen. Und später stand dann die Abwehr nicht immer stabil.

Trotzdem war Himborn nicht „gänzlich unzufrieden“. Und als im zweiten Abschnitt der Rückstand immer größer wurde, da appellierte er in einer Auszeit an der Ehre seiner Spielerinnen. „Sie haben versucht, sich gegen die Niederlage aufzulehnen“, bescheinigte Himborn seinen Wildkatzen Kampfgeist. Verloren gingen die Punkte dennoch. (mz/Petra Szag)