Sieg folgt auf Niederlage

Sieg folgt auf Niederlage: Gisa Lions zeigen in Nördlingen Nerven und Moral

Halle (Saale) - Kisten befüllen und Kuchen backen - das war die perfekte Ablenkung. Lysann Kairies fuhr nicht mit ihren Lions am Sonntag zum Auswärtsspiel nach Nördlingen - weil sie mitten in den Vorbereitungen für den Umzug ihrer Familie und vor allem den 40. Geburtstag tags darauf ...

Kampf um den Ball zwischen den Gisa Lions und Freiburg. www.imago-images.de

Kisten befüllen und Kuchen backen - das war die perfekte Ablenkung. Lysann Kairies fuhr nicht mit ihren Lions am Sonntag zum Auswärtsspiel nach Nördlingen - weil sie mitten in den Vorbereitungen für den Umzug ihrer Familie und vor allem den 40. Geburtstag tags darauf steckte.

Der wohl sehnlichste Wunsch der Geschäftsführerin der halleschen Erstligabasketballerinnen zum Jubiläum, „dass wir diesmal als Sieger vom Parkett gehen“, so Kairies, erfüllte sich. Mit 78:76 rangen die Hallenserinnen Nördlingen in der Verlängerung nieder. Nach regulärer Spielzeit dieses hochdramatischen Duells hatte es 72:72 gestanden.

Dass dieser Kraftakt gelang, ist umso bemerkenswerter, denn schon am Freitagabend hatten die Lions in einem sehr intensiven, körperlichen Spiel viele Körner gelassen - ohne dafür belohnt zu werden. „Dabei haben wir es selbst vergeben“, sagt Kairies über dieses so bittere 68:71 gegen die Eisvögel aus Freiburg in heimischer Halle. „Wir haben wieder von der Freiwurflinie nicht getroffen und auch bei den Rebounds war Freiburg besser.“

Gisa Lions: Klaudia Grudzien mit Kurz-Auftritt

Vor allem, weil den Lions Klaudia Grudzien mit ihrer Präsenz fehlte. Die Kapitänin war keine fünf Minuten im Einsatz, als sie vom Schiedsrichter vorzeitig zum Duschen geschickt wurde. Zwei technische Fouls hatte die zuletzt so starke Grudzien da schon kassiert - wegen Meckerns. Die Entscheidung des Referees wegen Schrittfehlers hatte sie aufgebracht in Frage gestellt und das erste technische Foul auch. Im Nachhinein ärgerte sie sich über ihren lautstarken Ärger. „So etwas darf einfach nicht passieren“, sagte sie selbstkritisch.

Die Schiri-Entscheidung sorgte aber auch für Kopfschütteln. „So eine harte Strafe haben wir in all den Jahren noch nie kassiert“, sagte Andrea Heise aus der Vereinsführung. Kairies ging noch einen Schritt weiter: „Das war überzogen.“ Danach verfielen die Löwinnen in Schockstarre, lagen zwischenzeitlich 15 Punkte zurück (27:42/17.). „Die Mädels haben sich aber nicht aufgegeben und gekämpft“, sagte Grudzien über ihre Mitspielerinnen.

Gisa Lions: Blessuren bei Kreuter und Schinkel

Doch der Preis war hoch für das Stemmen gegen die drohende Niederlage mit aller Macht: Charlotte Kreuter fiel beim Kampf um den Ball auf den Rücken und konnte frühzeitig nicht weiterspielen. Laura Schinkel beendete die Partie mit geschwollenem Gesicht inklusive Veilchen und Cut, nachdem sie von einer Freiburgerin ungewollt und auch ungeahndet niedergestreckt worden war.

Trotz dieser Handicaps schaffte Halle gegen Nördlingen den Sieg - die Wiedergutmachung gelang. Besonders Grudzien. Sie war mit 24 Punkten am Sonntag Halles beste Korbjägerin.

Noch eine Chance haben die Lions, die Saison mit einem Erfolgserlebnis zu beenden. Am Sonntag kommt Osnabrück. Zuvor sollen die Personalgespräche abgeschlossen sein. „Wir fragen die Spielerinnen nach ihren Zukunftsplänen“, erklärte Kairies. Die finale Entscheidung soll der neue Coach treffen. „Wir denken an einen jungen, modernen Trainer oder Trainerin“, sagte Kairies. Bis April soll der Name feststehen. (mz)