Am Ende zählt nur der Sieg

Nach elf Toren Vorsprung wird es für Drittligist Anhalt Bernburg gegen die Zweite des SC DHfK Leipzig noch knapp

Worin die Ursachen liegen.

Von Detlef Liedmann 31.10.2021, 19:01
Julian Schulze hat fünf Treffer zum Bernburger Sieg über Leipzig beigesteuert.
Julian Schulze hat fünf Treffer zum Bernburger Sieg über Leipzig beigesteuert. Foto: Lothar Semlin

Bernburg/MZ - Wer am Freitagabend in der Bruno-Hinz-Halle saß oder das Spiel per Liveticker verfolgte, traute seinen Augen nicht. 15:4 führte Drittligist Anhalt Bernburg gegen die Zweite des SC DHfK Leipzig (17. Minute).

„Da haben wir den Grundstein für den Sieg gelegt“, so Marco Mansfeld, einer der Verantwortlichen beim SV Anhalt. Dass der Erfolg mit 35:32 am Ende knapp ausfiel, dafür führt Mansfeld mehrere Gründe ins Feld. „Die Leipziger haben am Anfang sehr viele Fehler gemacht. Aber die Ausbildungsmannschaft des Bundesligisten kann natürlich auch Handball spielen und die Gäste haben dann den Schalter umgelegt.“

„Da sieht man, dass die Mannschaft auf einem guten Weg ist“

Ehe es aber soweit war, hatten sich die Saalestädter einen beruhigenden Vorsprung erarbeitet. „Wir waren in der Abwehr sehr zupackend und haben unsere Offensivaktionen konzentriert zu Ende gespielt. Da sieht man, dass die Mannschaft auf einem guten Weg ist“, so Mansfeld nach dem vierten Sieg in Folge. Mislav Grgic führe immer besser klug Regie. „Aber eigentlich sollte man keinen herausheben. Es war wieder eine geschlossene Teamleistung.“

Einer muss dann aber doch noch einmal besonders erwähnt werden: Clemens Grafenhorst, der wieder zwischen die Pfosten rückte. Der Ticker ließ zwar vermuten, dass dort Kevin Koch steht, aber dem war nicht so. „Kevin ist A-Jugendlicher und hat sich für den Fall der Fälle zur Verfügung gestellt“, so Mansfeld, der dem Nachwuchsmann noch einmal ein dickes Lob zollt. Dass beide etatmäßigen Keeper derzeit nicht einsatzfähig sind, ist schon ungewöhnlich. Beide, Dominik Balin und Florian Link, leiden an einer Erkältung. Also wieder Grafenhorst, der die Rolle des Keepers aus seiner Jugendzeit kennt. „Vorige Woche in Burgdorf war er noch aufgeregt. Jetzt schon nicht mehr“, beschreibt es Mansfeld.

Leipzig findet seinen Rhythmus

Und seine Vorderleute machten es ihm anfangs recht leicht. Dann fand auch Leipzig seinen Rhythmus und die junge Mannschaft aus der Messestadt arbeitete sich bis zur Halbzeitpause auf 14:20 heran.

„Da hat bei uns ein wenig Nervosität Einzug gehalten und unsere Gäste haben auf Manndeckung umgestellt“, so Mansfeld. Deshalb wurde jetzt mehr das Spiel über die Außenpositionen gesucht, wobei vor allem Julian Schulze die Lücken fand. Nach 50 Minuten hieß es 32:27 für Anhalt. Und als Felix Krömke 62 Sekunden vor Schluss das 35:32 erzielte, war der Deckel drauf. „Wichtig ist der Sieg. Ob mit zehn Toren Vorsprung oder drei ist mir letztlich völlig egal “, sagt Marco Mansfeld.

Jetzt hat Anhalt, dank des Erfolges auf Platz fünf vorgerückt, erst mal eine Woche Pause. Am Samstag, 13. November, kommt dann Spitzenreiter TuS Vinnhorst in die Bruno-Hinz-Halle. „Da können wir völlig befreit aufspielen und die Pause wird uns gut tun“, so Mansfeld, vor allem auch mit Blick auf die erkrankten Torhüter.

Bernburg: Grafenhorst, Koch - Novakovic (1), Simic (4), Friedrich (4), Schulze (5), Kolak (3), Krömke (3), Grgic (8), Makowiejew, Richter (7/2), Kuhl