Handball-Oberliga

Handball-Oberliga : Drei Monate ohne Training - HG-Saison wackelt immer mehr

Köthen - Geht es überhaupt noch einmal weiter? Und falls ja, wie? Seit Monaten beschäftigen sich die 17 Männer- und zwölf Frauenmannschaften in den beiden Handball-Oberligen und deren Fans mit eben jenen ...

Von Tobias Grosse

Geht es überhaupt noch einmal weiter? Und falls ja, wie? Seit Monaten beschäftigen sich die 17 Männer- und zwölf Frauenmannschaften in den beiden Handball-Oberligen und deren Fans mit eben jenen Fragen.

Der offizielle Stand ist unverändert: Bisher hält der Mitteldeutsche Handballverband (MHV) an seiner Mitte Dezember getroffenen Entscheidung zum Wiedereinstieg in die Saison 2020/21 im März fest. In den Oberligen sollen dann nur die Hinrunden zu Ende gespielt, über Auf- und Abstiegsregelung nach Beratungen mit der 3. Liga und den Landesverbänden entschieden werden.

Die Zeit für die Fortsetzung der laufenden Saison wird knapp

In den vergangenen Wochen gab es zahlreiche Videokonferenzen, in denen die Entscheidungsträger nochmals beraten haben. Die gesammelten Eindrücke werden aktuell im Vorstand und der AG Spieltechnik des MHV ausgewertet. Wie Spieltechnikleiter Ralf Seidler auf der Internetseite der HG 85 Köthen zitiert wird, werde er die Ergebnisse der Beratungen danach als erstes mit den Vereinen besprechen, und dann veröffentlichen. Klar ist jedoch auch: Die Zeit wird knapp.

Die allgemeinen gesellschaftlichen Einschränkungen sind mittlerweile bis Mitte Februar ausgeweitet wurden, und es ist trotz aktuell sinkender Coronazahlen nicht auszuschließen, dass der Lockdown noch einmal bis Ende Februar verlängert wird. Und selbst wenn nicht, ist es eher unwahrscheinlich, dass ein normales Teamtraining ohne ein engmaschiges und entsprechend teures Testverfahren so schnell wieder möglich sein wird. Der anvisierte Termin zur Wiederaufnahme des Spielbetriebes steht auf wackeligen Beinen, zumal die Mannschaften mittlerweile drei Monate ohne Training sind - eine längere Zeit als in jeder normalen Sommerpause!

Patrick Pusch, der Manager vom Aufsteiger Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz, sagt zum Beispiel: „Für den Re-Start brauchen wir eine komplette Vorbereitung - also mindestens sechs Wochen.“ Ja, die Spieler halten sich überall zwar eigenständig fit und dürften im athletischen Bereich, bei einem feststehenden Re-Start-Termin, nicht allzu viel Zeit benötigen, um den Rückstand wieder aufzuholen - allerdings müssten sich vor allem die Gelenke, allen voran die Schulter, erst wieder langsam an die handballspezifische Belastung gewöhnen.

Ähnlich wie in der Mitteldeutschen Oberliga verhält es sich aktuell auch in der 3. Liga, die vom Deutschen Handball-Bund (DHB) gesteuert wird. Auch dort ist der Spielbetrieb bis März ausgesetzt, und unter den Spielern hält sich mittlerweile sogar hartnäckig das Gerücht, dass der DHB bereits über einen Saisonabbruch nachdenkt. Auch die Akteure der HG 85 Köthen hat diese Meldungen schon erreicht. Und sollte es so kommen, ist es gut möglich, dass sich der MHV als Verantwortungsträger für die Oberligen dieser Entscheidung anschließt.

Gespräche bei der HG laufen - Bleibt Großteil des Kaders zusammen?

Wie es auch kommen mag, auch die Macher bei der HG 85 beschäftigen sich aktuell mit der Zukunft - im Gegensatz zu den Ligaverantwortlichen aber nicht mit der kurz-, sondern der mittelfristigen. Nachdem mit Rückraumtorjäger Frank Grohmann schon im Oktober ein erster hochkarätiger Neuzugang für die nächste Saison bekannt gegeben wurde, laufen mit den Spielern aus dem aktuellen Kader, deren Verträge im Sommer auslaufen, Gespräche über die weitere Zusammenarbeit.

„Über das Gesamtergebnis informieren wir in den nächsten 14 Tagen“, wurde der Oberliga-Coach Bodo Kreutzmann, am Wochenende auf der Vereinsseite zitiert. Man kann aber davon ausgehen, dass ein Großteil des Kaders, der im Sommer eine Frischzellenkur erfuhr und nach sechs Partien auf Rang sieben steht, zusammenbleibt. (mz)