Handball

Die Enttäuschung überwiegt bei den Bernburgern

Zum Auftakt der Drittliga-Saison unterliegt der SV Anhalt zu Hause 23:27 (12:14) dem MTV Braunschweig. Was der Trainer für das nächste Spiel fordert.

Von Thomas Baake

Bernburg/MZ - Mit einem 23:27 gegen den MTV Braunschweig sind die Handballer des SV Anhalt Bernburg in die Saison der 3. Liga, Staffel C, gestartet.

Die Gastgeber gerieten am Samstag vor 248 Zuschauern in der Bruno-Hinz-Halle schnell mit drei Toren in Rückstand (1:4). Den ersten Treffer der Saison für den SVA markierte Ante Simic aus dem Rückraum. Den wohl schönsten Treffer der ersten Halbzeit erzielte Nico Richter als Rechtsaußen nach Pass vom Linksaußen Julian Schulze quer durch den Kreis. Richter war für knapp die Hälfte aller Bernburger Tore zuständig. Der Linkshänder netzte elfmal ein, davon siebenmal vom Siebenmeterpunkt, mithin 100 Prozent Quote.

Sekundarschullehrer in Vollzeit in Schönebeck statt Harz an den Fingern

„Nico ist dafür bekannt. Er ist ein Führungsspieler dieser Mannschaft. Er zieht jedes Spiel voll durch“, lobte Kreisläufer Tim Ackermann. Für ihn selbst war es ein intensives Spiel mit zwei Treffern zum 19:20 und 22:25. „Ich bin zum ersten Mal seit gestern beim Handball wieder dabei gewesen, und zwar als Ersatz für den verletzten Niklas Friedrich und mal kurz aus dem Ruhestand wieder zurück. Gestern habe ich mit den Jungs etwas trainiert. Aber heute hat man gesehen, dass es doch noch nicht so flüssig lief“, analysiert „Acki“, wie er rund um die Bruno-Hinz-Halle genannt wird, seine Leistung und fügte emotional hinzu: „Hier bin ich erwachsen geworden.“

Er wird künftig seine Prioritäten im Leben anders gewichten. Sekundarschullehrer in Vollzeit in Schönebeck statt Harz an den Fingern und am Kreis in Bernburg ackern. Körperlich sei Ackermann platt, aber punktuell stehe er für das Team bereit. Also womöglich auch am kommenden Spieltag auswärts beim Northeimer HC. „Niklas soll zu dem Spiel wieder fit sein. Notfalls habe ich das Telefon dabei und bin bereit für einen Einsatz. Northeim hat einen ähnlich breiten Kader wie Braunschweig. Es wird für uns extrem schwer, aber wenn wir die Fehler aus dem Spiel gegen den MTV halbieren und die Partie richtig auswerten, dann ist auch in Northeim für uns etwas drin“, gibt sich Ackermann optimistisch. Schließlich hat er bei Anhalt Höhen und Tiefen erlebt.

Öfter das Überzahlspiel genutzt

Die Fans stehen hinter dem Team, wie auch gegen Braunschweig und bei der Auftaktniederlage in die neue Saison. Nach dem 12:14 zur Halbzeitpause reagierte die Mannschaft von Trainer Ostermann. Im Kasten stand Dominik Balin statt Florian Link. Einige Paraden konnten beide Keeper zeigen und zwischenzeitlich reichte es zum Ausgleich: 14:14, 18:18, 21:21. Die Gastgeber nutzen hierbei öfter ihr Überzahlspiel aufgrund von Zeitstrafen gegen Braunschweig aus. Dennoch reichte es nicht zum Heimsieg, da die Gäste das Spiel clever zu Ende brachten und in den Schlussminuten wieder eine Vier-Tore-Führung herauswerfen konnten. Vor allem aus dem Rückraum waren die Braunschweiger gefährlicher und machten ihre Tore. Bester Werfer bei den Gästen war Marko Karaula mit zwölf Toren.

„Die Enttäuschung über die Niederlage überwiegt, auch wenn wir froh waren, wieder vor Fans zu spielen. In der Abwehr haben wir uns gut reingesteigert. Das Manko lag im Angriff. Wir haben die linke Angriffsseite nicht ins Spiel gebracht. Es sind zu viele Fehler passiert“, so Trainer Ostermann zum ersten Spiel der neuen Saison, die in einer Haupt- und Endrunde und somit neuem Modus gespielt wird.

Unter die ersten Sechs kommen

Man wolle am Ende der Hauptrunde unter die ersten Sechs kommen, um nicht in die Abstiegsrunde zu müssen. Das Endergebnis tue weh, da man bis zur 53. Minute spielerisch auf Augenhöhe gewesen sei. Auch wenn es am Kreis Schwerstarbeit für Tim Ackermann war. „Er kam aufgrund der offensiven Abwehr nicht so zum Zuge. Es war dennoch eine tolle Leistung von Tim. Er hatte seit November 2020 keinen Handball mehr in der Hand. Sein Einsatz hat dem Team noch mal einen Schub gegeben“, so Ostermann über den kurzfristigen Einsatz von Ackermann, der sieben Jahre lang das SVA-Trikot überstreifte.

Was müssen die Bernburger im nächsten Punktspiel tun, damit sie den Saisonauftakt nicht total verpatzen? Laut Ostermann müsse man im Angriff mehr Druck erzeugen und sich nicht den Schneid von einer offensiven Abwehr abkaufen lassen. Die konkrete Analyse des Gegners per Video wird ab Montag erfolgen. Man wolle in Niedersachsen die ersten zwei Punkte der Saison einfahren. Das Spiel gegen den MTV Braunschweig war eine gute Standortbestimmung und das vor Zuschauern. „Die Mannschaft war heiß auf das Spiel vor Fans. Sie gehören zu unserem Sport einfach dazu“, sagte Trainer Ostermann.

Bernburg: Balin, Link - Simic (3), Ackermann (2), Schulze (4), Grafenhorst, Kolak (1), Krömke, Grgic (2), Richter (11/7). Braunschweig: Suilmann, Stefanic - Giese, Karaula (12), Radjenovic, Mühlenbruch, J. Krause, Wolters (3), P. Krause (7), Kanning (3), Dedering (2). Zweiminuten-Strafen: 3 - 6. Schiedsrichter: Henker, Schirmacher. Zuschauer: 248.