Handball

Die Decke ist zu dünn bei den Bernburgern

Drittligist Anhalt verliert auch sein zweites Spiel. Warum es trotz einer Steigerung in Northeim nicht zu etwas Zählbarem reicht.

Von Detlef Liedmann

Northeim/MZ - 26 Treffer erzielt und doch leer ausgegangen. Die Handballer des SV Anhalt Bernburg müssen nach dem 26:30 beim Northeimer HC wieder auf den ersten Saisonsieg in der 3. Liga warten. Die nächste Gelegenheit dazu ergibt sich am kommenden Freitag, wenn Hannover-Burgwedel an der Saale gastiert.

„Wir haben uns sowohl im Angriff als auch in der Abwehr gegenüber dem Spiel gegen Braunschweig gesteigert. Aber am Ende des Spiels haben einfach die Kraft und die Konzentration gefehlt“, resümierte Trainer Martin Ostermann. Und das habe ganz einfach was mit der dünnen Personaldecke zu tun. Niklas Friedrich: immer noch verletzt. Clemens Grafenhorst: nur punktuell einsetzbar. Und Mislav Grgic musste zur Halbzeit raus. „Er ist bei einem Konter auf die Schulter gefallen. Das müssen wir Montag erst mal in der Sportklinik Halle abklären lassen. Das kann eine Prellung sein, aber auch Schlimmeres“, so Ostermann. Mithin musste Ante Simic mehr oder weniger durchspielen, Ivan Kolak bekam nur kurze Verschnaufpausen. Und Felix Krömke besetzte den ungewohnten Platz am Kreis.

„Es war nicht toll, aber auch nicht schlecht“

„In der Summe hat das dann den Ausschlag gegeben“, so Ostermann, der solle er das Spiel einordnen, sagt: „Es war nicht toll, aber auch nicht schlecht.“ Und es war hart geführt vonseiten der Northeimer, die sich in der Stadionsporthalle zudem auf die lautstarke Unterstützung von 250 Zuschauern verlassen konnten. Nachdem die Gastgeber bis zur achten Minute auf 5:2 davongezogen waren, fing sich Anhalt und führte nach 13 Minuten 6:5. Julian Schulze brachte die Mannschaft von der Saale erstmals in Front. So ging es bis zur Pause hin und her. Beim 15:15 wurden die Seiten gewechselt. Northeim nutzte das Ausscheiden von Grgic nach Wiederbeginn und zog innerhalb von fünf Minuten auf 20:16 weg. Doch im Handball sind vier Treffer Vorsprung schnell aufgebraucht. Beim 23:23 war Anhalt Bernburg wieder dran. Da waren noch 15 Minuten auf der Uhr.

„Wir haben dann in der Schlussphase ein paar Fehler mehr gemacht als Northeim und das hat den Ausschlag gegeben.“ Vom Einsatz her, dem Kampf und Engagement könne er seinen Schützlingen keinen Vorwurf machen. „Aber die Zeiten für die Regenartion waren zu kurz. Und da ist dann die Konzentration auch nicht mehr so, wie sie sein müsste.“ Und es wird kurzfristig nicht besser werden. Denn neben Grgic verletzt sich auch Krömke. Und zwar am Oberschenkel. „Da müssen wir sehen, wie sich das über Nacht entwickelt“, so der Coach.

Punktuelle Einsatzzeiten

Zum zweiten Mal im Protokoll stand Tao Klimaschewski. Er kommt aus Bernburgs A-Jugend. „Taro hat die gesamte Vorbereitung mitgemacht und gezeigt, dass er Spaß hat, sich der Herausforderung zu stellen“, sagt Ostermann. Aber ein, zwei Jahre brauche er sicher noch, um den Anschluss herzustellen. Vor allem auch körperlich. „Für ihn ist es wichtig, dabei sein zu dürfen. Und wenn es die Spielpläne der A-Jugend und der Zweiten zulassen, wird er sicher punktuell auch bei uns seine Einsatzzeiten bekommen“, blickt der Trainer in die Zukunft. Doch jetzt wolle er Klimaschewski noch nicht ins kalte Wasser werfen. Aber vielleicht ist das ja aufgrund der Situation eher nötig, als ursprünglich geplant.

Bernburg: Balin, Link - Simic (2), Friedrich, Klimaschewski, Schulze (6), Grafenhorst, Kolak (1), Krömke (2), Grgic (3), Makowiejew (1), Richter (5)