RB-Manager Ralf Rangnick im Interview

RB-Manager Ralf Rangnick im Interview: „Darmstadt hat den größeren Druck“

Leipzig/MZ - Er ist das Gehirn hinter Red Bulls Fußball-Maschinerie: Ralf Rangnick managt RB Leipzig. Vor dem Spitzenspiel seiner Mannschaft gegen Darmstadt 98 sprach Ullrich Kroemer für die MZ mit dem 55-Jährigen über die zweite Liga und eine mögliche Relegation gegen Dynamo ...

Er ist das Gehirn hinter Red Bulls Fußball-Maschinerie: Ralf Rangnick managt RB Leipzig. Vor dem Spitzenspiel seiner Mannschaft gegen Darmstadt 98 sprach Ullrich Kroemer für die MZ mit dem 55-Jährigen über die zweite Liga und eine mögliche Relegation gegen Dynamo Dresden.

Herr Rangnick, Sie haben bei Ihrem Amtsantritt im Sommer 2012 eine neue Zeitrechnung bei RB ausgerufen. Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung seit der Stunde Null?

Rangnick: Ich bin sehr zufrieden, nicht nur mit der tabellarischen Entwicklung, sondern auch deswegen, weil sich die Mannschaft fußballerisch entwickelt hat - mit einer guten Mischung aus Spielern, die mit dem Team in der vergangenen Saison aufgestiegen sind und Neuzugängen, die sich durchgesetzt haben. Und auch die Zuschauerentwicklung ist sensationell. Das übersteigt meine Erwartungen. Ich hätte nicht gedacht, dass wir mit dem Spiel an diesem Samstag gegen Darmstadt wahrscheinlich sogar den 20 000er-Schnitt knacken.

Welche taktischen Pläne haben Sie für die Zukunft in der Schublade?

Rangnick: Alex Zorniger (Trainer RB Leipzig, d. Red.) macht das absolut gut. Es geht alles in die richtige Richtung. Klar ist: Die Spieler werden sich weiter verbessern, und das müssen sie auch. Das Ganze muss aber organisch und gesund wachsen, diese Zeit müssen wir uns alle miteinander geben.

Wie fortgeschritten sind denn die Planungen für die zweite Liga?

Rangnick: Wir können ja erst dann konkret planen, wenn wir wissen, in welcher Liga wir in der kommenden Saison spielen. Grundsätzlich scouten wir das gesamte Jahr über, verfolgen Entwicklungen. Aber konkrete Gespräche können wir erst führen, wenn wir wissen, in welcher Liga wir demnächst spielen.

Was erwarten Sie im Spitzenspiel gegen Darmstadt von Ihrer Mannschaft?

Rangnick: Wir können den Abstand auf Darmstadt vor einer möglichen Rekordkulisse im eigenen Stadion mit einem Sieg auf vier Punkte vergrößern. Deswegen ist auch klar, bei wem der größere Druck liegt. Darmstadt muss gewinnen, um an uns vorbeizukommen. Wir können unentschieden spielen und damit immer noch leben. Aber natürlich ist die Art und Weise, wie unsere Mannschaft spielt, offensiv ausgerichtet – selbst wenn der Gegner den Ball hat. Mit dieser Philosophie kannst du nicht auf Remis spielen, deswegen ist unser klares Ziel, das Spiel zu gewinnen. Es ist ein sehr gutes Gefühl, dass wir nicht auf andere angewiesen sind.

Beschäftigen Sie sich mit einem möglichen Relegationsszenario gegen potenzielle Gegner wie Dynamo Dresden?

Rangnick: Wir beschäftigen uns mit allen Spielen im deutschen Profifußball. Aber wir schauen nicht gezielt Partien im Hinblick auf eine mögliche Relegation an. Wir sind der Überzeugung, dass wir den Aufstieg direkt schaffen können. Sollte tatsächlich der Fall eintreten, dass wir Playoffs spielen müssen, sind wir nicht unvorbereitet. Aber wir haben potenzielle Gegner bis jetzt noch nicht mit Scouts beobachten lassen.