RB Leipzig

RB Leipzig: Rasenballsport will schnell wieder raus aus der 3. Liga

Leipzig/mz - Ziemlich alleingelassen baumelt ein großer blau-weiß gestreifter Wimpel im schmucken Hauptquartier am Leipziger Neumarkt. Aufschrift: „Regionalliga-Meister NOFV 2013“. An Meriten fehlt es RB Leipzig eben noch, jenem Verein, der gerade im dritten Versuch in die Drittklassigkeit aufgestiegen ist. Doch an Platz für Zuwachs und kühne Pläne ist dagegen kein Mangel. „Wir wollen in die erste Bundesliga und uns dort langfristig auch für den Europapokal qualifizieren“, sagt Ulrich Wolter. Und damit das auch niemand missverstehen kann, fügt der RB-Geschäftsführer an: „Wir wären schlechte Sportler, wenn wir nicht nach dem Höchsten streben würden. Natürlich haben wir das Ziel, irgendwann deutscher Meister zu ...

Von Peter Stracke 19.06.2013, 20:27

Ziemlich alleingelassen baumelt ein großer blau-weiß gestreifter Wimpel im schmucken Hauptquartier am Leipziger Neumarkt. Aufschrift: „Regionalliga-Meister NOFV 2013“. An Meriten fehlt es RB Leipzig eben noch, jenem Verein, der gerade im dritten Versuch in die Drittklassigkeit aufgestiegen ist. Doch an Platz für Zuwachs und kühne Pläne ist dagegen kein Mangel. „Wir wollen in die erste Bundesliga und uns dort langfristig auch für den Europapokal qualifizieren“, sagt Ulrich Wolter. Und damit das auch niemand missverstehen kann, fügt der RB-Geschäftsführer an: „Wir wären schlechte Sportler, wenn wir nicht nach dem Höchsten streben würden. Natürlich haben wir das Ziel, irgendwann deutscher Meister zu werden.“

Man darf unterstellen, dass wohl noch nie ein Drittligist so kühne Pläne definiert hat. Doch bevor der Verein internationale Duelle austrägt, wird er erst einmal die Rivalität in Mitteldeutschland beleben. Vor allem auf die Spiele gegen den Nachbarn Hallescher FC freut sich Ulrich Wolter. „Ich glaube, Halle und Leipzig können in der dritten Liga sehr gut nebeneinander existieren. Halle hat ein schönes Stadion und ist groß genug, um die nötigen Zuschauer zu erreichen. Natürlich freuen wir uns, wenn auch aus dieser Region Fans zu uns ins Stadion kommen“, sagt Wolter.

Den ambitionierten RB-Kickern bleibt zwar bis zur Ablösung des FC Bayern München als deutsche Nummer eins noch ein gewaltiges Stück Weg, aber seit der Inthronisierung von Ralf Rangnick als Sportdirektor des Red-Bull-Fußball-Reiches nimmt das Projekt an Fahrt auf. Rund 30 Millionen Euro verbaut das Unternehmen gerade am Leipziger Cottaweg zu einem erstligareifen Nachwuchszentrum. Das in Sichtweite gelegene Leipziger WM-Stadion ist ebenso wie die Namensrechte der Arena für 20 Jahre gemietet, ein Kauf der spektakulären Immobilie steht im Raum. „Wir planen hier langfristig. Schon das zeigt, dass wir nicht nur mitspielen wollen. Wir wollen Titel gewinnen“, sagt Wolter.

Langfristig also ist die Aufgabe für RB-Coach Alexander Zorniger und seine Mannen klar, kurzfristig wird nach drei Jahren der Aufstiegspflicht versucht, Druck abzulassen. Trotzdem taucht die für Aufsteiger gemeinhin gebräuchliche Vokabel „Klassenerhalt“ im RB-Sprachschatz dieser Tage nicht auf. Bei Ulrich Wolter hört sich die Saison-Zielstellung so an: „Wir wollen uns die neue Liga natürlich nicht nur anschauen. Wenn es uns gelingt, schnell aus der Liga rauszukommen – umso besser.“ Doch die RB nachgesagten teuren Stars auf dem Feld und der Trainerbank werde es nicht geben.

Wolter erwartet nicht nur angesichts der mitteldeutschen Derbys gegen Halle, Chemnitz und Erfurt „mindestens sechs, sieben Spiele mit mehr als 10 000 Zuschauern“. Zum Regelations-Heimspiel gegen Lotte zeigten mehr als 30 000 Fans, wie sehnlich das langjährige Fußball-Ödland Leipzig auf höheren Unterhaltungswert hofft.

Die Akzeptanz steigt. Und auch die Zeiten, als Fans anderer Vereine wie Union Berlin, Aue, Kassel oder Offenbach Testspiele ihrer Teams gegen die unbeliebten RB-Kicker verhinderten, sieht Wolter zu Ende gehen. „Wir haben aktuell Anfragen von Werder Bremen und Hertha BSC angenommen. Das normalisiert sich.“