Union Berlin gegen RB Leipzig am Freitag

Union Berlin gegen RB Leipzig am Freitag: „Wir haben nichts zu verlieren“

Leipzig - Fußballfans mit Protesthaltung müssen hart im Nehmen sein. Als die Anhänger des  1. FC Union Berlin beim Auswärtsspiel in Leipzig in der vergangenen Saison erst eine halbe Stunde nach Anpfiff den Gästeblock betraten, stand es bereits 3:2 für Gastgeber RB. In den verbleibenden 60 Spielminuten änderte sich an diesem Ergebnis nichts ...

Von Ullrich Kroemer 18.02.2016, 21:41

Fußballfans mit Protesthaltung müssen hart im Nehmen sein. Als die Anhänger des  1. FC Union Berlin beim Auswärtsspiel in Leipzig in der vergangenen Saison erst eine halbe Stunde nach Anpfiff den Gästeblock betraten, stand es bereits 3:2 für Gastgeber RB. In den verbleibenden 60 Spielminuten änderte sich an diesem Ergebnis nichts mehr.

Es gibt Angenehmeres, als bei einem Auswärtsspiel fünf Tore zu verpassen und mit null Punkten heim zu fahren. Vielleicht war auch dieses Erlebnis ein Grund für die Union-Anhänger, den Protest nun zu verkürzen. Heute, wenn Union erneut in Sachsen gastiert, soll die Abwesenheit der etwa 4.500 Berliner nur noch etwa 15 Minuten dauern.

Personalsorgen bei Union

Für Berlins Trainer Sascha Lewandowski dennoch ein Grund, seine Mannschaft darauf vorzubereiten, „damit keiner überrascht ist, weil wir ja sonst von Anfang an sehr viel Unterstützung haben“. Weiter sagte der 44-Jährige: „Ich habe volles Vertrauen in unsere Fans, in ihre Denke und in ihre Aktionen. Wenn sie das so machen wollen, dann passt das, und dann werden wir uns darauf einstellen.“

Dabei hat Lewandowski vor dem Duell gegen den Tabellenführer eigentlich ganz andere Probleme. Ohne sieben definitiv ausfallende Spieler reisen die Köpenicker zum Spitzenreiter. Vom „letzten Aufgebot“ spricht der Trainer, vom „Rest von Köpenick“ ist die Rede. „Mit der Mannschaft, mit der wir erfolgreich waren, hätten wir ihnen Riesenprobleme bereiten können“, meint Lewandowski. „Jetzt wird das viel, viel schwerer. Aber wir haben nichts zu verlieren, genauso sollten wir auftreten.“

RB muss wohl nur auf Mittelfeldmotor Stefan Ilsanker verzichten, der noch an einer Schulterverletzung laboriert. Dafür könnten Rani Khedira oder Anthony Jung auf die Sechser-Position rücken.

Torschüsse im Training

Neben einer effektiveren Absicherung der eigenen Angriffe stand nach dem 0:1 auf St. Pauli das Thema Chancenverwertung bei RB im Fokus. Stürmer Yussuf Poulsen hatte sich via MZ noch mehr Abschlüsse im Training gewünscht. Und tatsächlich stand unter der Woche spezielles Torschusstraining auf dem Plan. „Der Ball war auch mal drin“, berichtete Abwehrspieler Willi Orban trocken.

Vom Thema Proteste gegen seinen Verein ist der Ex-Kaiserslauterer übrigens nur noch genervt. Angesprochen auf die Aktion der Unioner schüttelte Orban mit dem Kopf und sagte: „Jedes Mal diese Frage. Was drumherum passiert, kriege ich gar nicht so mit, dafür bin ich zu fokussiert auf unser Spiel.“ Dazu passt, dass der ehrgeizige Abwehrmann forderte: „Wenn wir so dominant auftreten wie zuletzt, sollten wir im besten Falle frühzeitig in Führung gehen.“

Die Union-Fans würden dann trotz verkürzter Protestzeit erneut entscheidende Szenen verpassen. (mz)